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Startseite von Ostern bis Pfingsten Lichte Auferstehung Christi

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland

Lichte Auferstehung Christi

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Die Auferstehung Christi wird am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert (zwischen dem 22. März nach julianischem Kalender, was dem 4. April nach dem gregorianischen Kalender entspricht, und dem 25. April (jul. K. = 8. Mai greg. K.). Es ist das „Fest der Feste“  - in der Reihe der Herrenfeste nimmt das Osterfest eine zentrale Stelle ein, und in der Reihe aller christlichen Feste ist es das Fest par excellence, "es überrragt alle Feste, sogar jene zu Ehren Christi, in dem Maße, wie die Sonne die Sterne überstrahlt..."

Im Gottesdienst des Osterfestes wird der gottlichte Sieg unseres Herrn Jesu Christi über alle Feinde unseres Heils und das ewige Leben, das uns geschenkt wurde, besungen. Die ganze kirchliche Gottesdienstabfolge dieses Festes ist besonders feierlich und von dem einen Gefühl der Freude über die Auferstehung getragen, so daß die Kirche Christi sich uns in diesen Tagen eher als die in den Himmeln siegreiche als die noch auf Erden kämpfende darstellt...

Troparion, Ton 5. Christus erstand von den Toten, Er zertrat den Tod durch den Tod,
und denen in den Gräbern schenkte Er das Leben.


Kondakion, Ton 8. Obgleich du ins Grab hinabgestiegen bist, Unsterblicher, hast du doch der Unterwelt Kraft gebrochen und bist auferstanden als Sieger Christus, unser Gott, der du zu den Myronträgerinnen gesagt hast "Freuet euch!" und deinen Aposteln Frieden gegeben hast, schenke den Gefallenen Auferstehung.

Exapostilarion. Dem Fleische nach entschlafen wie ein Toter, erstandest du о König und Herr, nach drei Tagen auf, nachdem du erweckt hattest den Adam aus der Verwesung und vertilgt den Tod, о Pascha der Unverweslichkeit, der Welt Erlösung.
FILM: Beginn des Festes

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Beginn des Festes. Das Fest beginnt mit dem Gedenken der Auferstehung Christi, um Mitternacht vom Großen Samstag auf den Sonnntag hin.

Besonders feierlich ist dieser österliche Morgengottesdienst. Zunächst singt die Geistlichkeit mit den Ministranten im Altar bei verschlossenen Königspforten und zugezogenem Vorhang einstimmig die Auferstehungs-Stichira, dann zwei- und dreistimming, wobei erst der Vorhang beiseitegezogen wird und dann sich die Königspforten öffnen. Hernach übernimmt der Chor, und die Geistlichen ziehen mit allen Altardienern aus dem Allerheiligsten hinaus und aus der Kirche. Der Hauptzelebrant reicht von seinem Kerzenleuchter (drei Kerzen) das Osterlicht an die Gläubigen, die mit vorbereiteten Kerzen auf das Licht warten. Voran geht die Lampe, das Kreuz, die Ikonen mit den Fahnen und der Chor, dann folgen die Geistlichen mit dem Evangelium, über dem Altardiener die Rhipidien halten. Die Diakone weihräuchern. So zieht die gesamte Gemeinde aus der Kirche, um drei Mal das Gotteshaus zu umschreiten. Die Glocken werden geläutet, und es erklingt der Gesang, mit dem das Osterfest bei verschlossenem Altar in aller Stille begann:

Deine Auferstehung, Christus Erlöser,
besingen die Engel in den Himmeln,
lass auch uns auf Erden,
Dich verherrlichen - reinen Herzens.


Am Haupteingang nach dem dritten Umzug angekommen, verkündet der Zelebrant: „Ehre der Heiligen, einwesentlichen, lebenspendenden und unteilbaren Dreiheit...“, wonach er dreimalig das „Christus erstand von den Toten“ singt und, während der Chor dies wiederholt, dem Volk zuruft: „Christus ist auferstanden!“ Das Volk antwortet freudig: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ dieser Ruf erklingt die ganze Nacht hindurch immer wieder in verschiedenen Sprachen. Die freudige österliche Begrüßung erinnert uns an den Zustand der Apostel (Lk. 24,14;34), als sie, da die Kunde von der Auferstehung Christi erscholl, mit Erstaunen und freudigem Jubel zueinander sprachen "Christus ist auferstanden!" und dann antworteten: "Wahrhaftig Er ist auferstanden!"
Es beginnt der Gesang der ersten Verse des Psalms „Gott steht auf und Seine Feinde zerstieben...“ (Ps. 67). Mit dem Weihrauchfass schlägt der Priester an die verschlossene Eingangstüre, die sich öffnet. Die Kirche ist voll Licht und alles Volk zieht in das Gotteshaus ein. Alle Türen des Altarraums stehen von nun an die ganze Lichte Woche offen. Unglaublich dynamisch wird der Kanon des Osterfestes, der zahlreiche Hinweise auf alttestamentliche Vorausabbildungen der Osterfreude enthält und zeigt, wie die gesamte Schöpfung jubelt dank Christi Sieg über den Tod.
Diese Freude kommt auch im dreimaligen Osterkuss zum Ausdruck. Er zeigt die Liebe und Versöhnung durch Christi allumfassende Vergebung, durch unsere Versöhnung mit Gott, dank Jesu Christi Tod und Auferstehung. Beim Osterkuss und Gruß beschenken die Gläubigen einander von alters her mit rotfarbigen Eiern.
Zum Abschluss des Morgengottesdienstes wird die berühmte «Oster-Homilie des hl. Johannes Chrysostomos » (347-407 г.) feierlich verkündet.

Lichte Auferstehung Christi. Weder der große Stein, welcher durch die Mühe des ehrbaren Joseph von Arimathea vor die Tür des Grabes Christi gerollt wurde, noch das Siegel, das die Feinde Christi in ihrer Bosheit dem Stein aufgedrückt hatten, noch die Kriegerwache, die sie beim Grabe des Lebenspenders aufgestellt hatten, nichts konnte den allreinen Leib des Herrn im Grabe halten. Der genaue Augenblick der wunderbaren Auferstehung des Herrn wird im heiligen Evangelium nicht bekanntgegeben. Die erste Kunde über die Auferstehung hörten die heiligen Myronträgerinnen von dem Engel, der am Grabe des Herrn saß. Die Erscheinung des Engels, welcher den Stein von der Tür des Grabes wegrollte, ging mit einem Erdbeben einher, welches die wachhabenden Krieger in solchen Schrecken versetzte, dass sie vom Grabe flohen und unfreiwillige Zeugen der Auferstehung Jesu vor seinen Feinden wurden. So wie die Nachricht über die glorreiche Auferstehung Christi zuerst den heiligen Myronträgerinnen von dem Engel verkündet wurde, so war es eine Myronträgerin, nämlich Maria Magdalena, welche als erste die Erscheinung des auferstandenen Herrn hatte und dann erst die übrigen Myronträgerinnen. "Die Frau, - so lehrt der Hl. Gregor der Theologe, - empfing zuerst die Lüge aus dem Munde der Schlange, und wiederum war es die Frau, welche als erste von den Lippen des auferstandenen Herrn Selbst die erste freudvolle Kunde hörte: Sie, deren Hand das tödliche Gift anrührte, reichte nun den Kelch des Lebens". Nachdem der auferstandene Herr den Myronträgerinnen erschienen war, erschien Er am selben Tag dem Apostel Petrus, dann den zwei nach Emmaus ziehenden
Aposteln, und am selben Abend noch elf Aposteln, die in einem Raume, dessen Türen aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, zu Tische saßen. Das Fest der Auferstehung Christi wird Pascha genannt (von dem hebräischen Wort pesach, was bedeutet: geht vorüber) nach der Bezeichnung des alttestamentlichen Festes, das zum Gedenken an die Errettung der Hebräer aus der ägyptischen Knechtschaft eingerichtet worden war. In Übereinstimmung mit dem an diesem Fest gedachten Ereignis, nämlich der Auferstehung Christi, erhielt der Name Pascha in der christlichen Kirche einen besonderen Sinn und bezeichnet das Hinübergehen vom Tod zum Leben, von der Erde zum Himmel. "Das Wort Pascha, - sagt der Hl. Ambrosius von Mailand, - bedeutet Hinübergehen. So genannt wurde dieses Fest, das feierlichste von allen, in der alttestamentlichen Kirche zur Erinnerung an den Exodus der Söhne Israels aus Ägypten und damit ihrer Befreiung aus der Knechtschaft, und in der neutestamentlichen Kirche zum Zeichen dessen, daß der Sohn Gottes Selber durch die Auferstehung von den Toten von dieser Welt zum Himmlischen Vater, von der Erde zum Himmel hinüberging, und auch uns von dem ewigen Tod und der Knechtsarbeit befreite und uns Macht gab, Kinder Gottes zu werden (Jh. 1,12). In der kirchlichen Hymnologie "stürzte Jesus Christus die ganze Macht des Todes durch Seine Auferstehung, denn Gott ist mächtig, und auch uns erhob Er und vergöttlichte uns", "vom Tod zum Leben und von der Erde zum Himmel führte Er uns; indem wir Ostern begehen, "feiern wir die Niederringung des Todes, die Zerstörung der Hölle, den Beginn eines neuen ewigen Lebens".
Das Osterfest wurde in der Kirche bereits zur Zeit der Apostel eingerichtet und gefeiert. Es wurde seit der Auferstehung Christi von den glorreichen Aposteln begangen, die allen Gläubigen geboten, es zu feiern (1. Kor. 5,8). Aber in den ersten Jahrhunderten des Christentums wurde das Pascha nicht überall zu gleicher Zeit abgehalten. Im Osten, in den kleinasiatischen Kirchen, wurde es am 14. Tag des Frühlingsmonats gefeiert, egal auf welchen Wochentag dieses Datum fiel, während die westlichen Christen es für nicht schicklich hielten, das Pascha zusammen mit den Juden zu feiern und es am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond begingen. So existierten zwei verschiedene Bräuche bis zum 1. Ökumenischen Konzil (325), auf dem der Beschluß gefaßt wurde, Ostern allerorten am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond zu feiern, so daß von da an das christliche Pascha stets nach dem jüdischen begangen wurde.
Die eigentliche Feier des heiligen Pascha wurde in den ersten Jahrhunderten des Christentums nicht in allen Kirchen gleichzeitig begonnen. Einige der Christen, besonders die römischen, brachen genau zu Mitternacht des anbrechenden Ostern das Fasten und begannen die Feier, während einige der orientalischen Christen das Fest in den mittleren Nachtstunden, jedoch nicht vor der ersten Stunde nach Mitternacht, begannen, und andere wiederum erst um die vierte Nachtwache, d.h. um 4 Uhr morgens nach unserer Zählung, also etwa um Morgendämmerung. Die Differenzen zu dieser Frage setzten sich bis zum 6. Ökumenischen Konzil fort, auf dem beschlossen wurde, das Fasten in den mittleren Nachtstunden nach dem Großen und Hohen Samstag (89. Regel) zu brechen und die Paschafeier zu beginnen. Von dieser Zeit an behauptete sich überall der identische Gebrauch, den Jubel des Osterfestes gleich nach Mitternacht zu beginnen. "Um Mitternacht", - so sagt in einer seiner Ansprachen der Moskauer Ersthierarch Filaret, - "eilte die Kirche, uns zum Beginn der Feierlichkeit zu versammeln. Warum so? Weil es wünschenswert war, den Anfangszeitpunkt der Feier soweit wie möglich, dem zu begehenden Ereignis, nämlich der Auferstehung Christi, anzunähern. Der genaue Zeitpunkt ist uns nicht offenbart. Als die Myronträgerinnen sich beim Aufgang der Sonne zum Grabe des Herrn begaben, war es bereits offen, und die Engel verkündeten die bereits stattgefundene Auferstehung Christi. Zu einem viel früheren Zeitpunkt bebte um das Grab des Herrn die Erde, der Engel wälzte den Stein vom Grab und durch das Licht seiner Erscheinung versetzte er die Wache in Schrecken, die sich entfernte, um so den Myronträgerinnen und Aposteln den freien Zugang zum Grabe zu gewähren. Und noch davor muß die Auferstehung stattgefunden haben, denn sie erfolgte bei versiegeltem Grabe, wie die Hüterin der Mysterien Christi, die heilige Kirche, bezeugt. Aber bestimmt nicht vor Mitternacht, da sie nach der Vorhersage der Herrn nach drei Tagen erfolgen und daher wenigstens in die ersten nachmitternächtlichen Stunden des Tages nach dem Sabbath hineinreichen mußte. In eben diesen Stunden wollen wir den verborgenen, unvergleichlich erhabenen und wunderbaren Augenblick der Auferstehung durch unseren Jubel einfangen, damit das Fest nach Möglichkeit mit dem gefeierten Ereignis eine Einheit bilde, ebenso wie die Feiernden aufgerufen werden, eins mit dem Schöpfer des Festes zu sein".

Der Brauch des gegenseitigen Schenkens von Eiern geht nach der in der Orthodoxen Kirche gehegten Überlieferung auf die Hl. Maria Magdalena (22. Juli) zurück, die, als sie vor den Kaiser Tiberius geführt wurde, ihm ein rotes Ei mit dem Gruß "Christus ist auferstanden!" überreicht haben soll.
Das Ei ist im allgemeinen ein Symbol des Lebens. In diesem Fall dient uns das Ei als Symbol der Auferstehung Jesu Christi. Ähnlich wie sich bei dem Ei unter seiner toten Schale Leben, das vollkommen verborgen war, regt, so erstand auch Christus, der als Toter im Grabe lag, aus dieser Stätte des Todes und der Vergänglichkeit. Gleichzeitig damit ist das Ei ein herrliches Symbol unserer Wiedergeburt zum künftigen Leben. Wie aus dem Ei ein lebendiges Wesen geboren wird und, wenn es durch die Schale, die den Lebenskeim in sich birgt, bricht, ein volles Leben zu leben beginnt, so werden auch wir bei der zweiten Wiederkunft Jesu Christi auf die Erde, wenn wir alles Verwesliche von hier, wo wir bereits den Keim und Beginn des ewigen Daseins in uns tragen, abwerfen, neu geboren und erstehen zu einem anderen Leben. Weiter symbolisiert das Ei unsere zwei Existenzen: die jetzige und die künftige. Wie sich im Ei, das den Keim der künftigen Daseinsweise enthält, bereits Leben, aber noch kein vollkommenes, regt, so erlangen auch wir im hiesigen irdischen Zustand nicht vollständig die Zufriedenstellung des unserer Seele eigenen höheren Strebens nach Wahrheit, Güte und Glückseligkeit; wie das aus dem Ei herauskriechende Wesen, ein volles Leben zu Leben beginnt, indem es seine verschiedenen Bedürfnisse befriedigt, so treten auch wir nach der Auferstehung in ein vollkommenes Leben ein, wo unser Geist die Wahrheit von Angesicht zu Angesicht erfahren wird, unser Wille die höchste ethische Entfaltung erlangt und unser Gefühl sich nie endender Seligkeit ergötzen wird. Das mit roter Farbe gefärbte Ei erinnert uns daran, dass unser neues Leben durch das allreine Blut Jesu Christi erworben wurde; eben diese zu den hellen Farben gehörende Farbe wird dann zum Zeichen unserer Freude über den Sieg Jesu Christi über den Tod, über Seine Auferstehung von den Toten und Sein Heilswerk unserer Erlösung.
Nicht nur die Eier, sondern auch süße Quarkspeise, die auf Russisch „Pas’cha“ heißt und Osterkuchen (Kulitsch) und viele andere Speisen, deren Genuss in der Fastenzeit ausgeschlossen war, werden am Ende des Ostergottesdienstes mit besonderen Gebeten geweiht. Da manche von fern Kommende nicht bis zum Ende des nächtlichen Gottesdienstes ausharren können, werden Speisen an einem anderen Ort vor der Kirche geweiht, noch bevor die Prozession beginnt – dies allerdings ohne den Auferstehungsgesang. Die volle Weihe findet also zum Abschluss der Liturgie statt.

Osterperiode. Sieben Tage wird das Osterfest gefeiert – Lichte Woche! Jeder Tag dieser Woche ist gottesdienstlich ein Sonntag, denn es werden diejenigen Gesänge der acht Töne des hl. Johannes Damascenus gesungen, die wir sonst im Verlauf des Jahres jeweils am Sonntag singen. Überhaupt wird in dieser Woche nichts gelesen, sondern alles gesungen. Und natürlich sind Mittwoch und Freitag in dieser Woche keine Fastentage.
Aber auch die weiteren Wochen bis zum Himmelfahrtsfest gehören zur Osterperiode. Bis zum Himmelfahrtsfest begrüßen die orthodoxen Christen einander mit dem freudigen Ostergruß: „Christus ist auferstanden“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Dies sogar am Telefon.



 

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