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Startseite von Ostern bis Pfingsten Über die Herabkunft und Austeilung des Göttlichen Geistes am Pfingsttag

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Über die Herabkunft und Austeilung des Göttlichen Geistes am Pfingsttag

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Nun hat sich aber die Verheißung erfüllt, und der Heilige Geist ist herabgekommen, vom Vater und vom Sohn gesandt und gegeben, und Er erleuchtet die heiligen Jünger und läßt sie durch und durch in göttlicher Weise wie Leuchter erstrahlen, oder läßt sie, die das Wort des ewigen Lebens in sich tragen, wie überirdische Sterne des Weltalls scheinen, durch welche Er das ganze All erleuchtet. So wie wenn jemand von einem Lichtträger einen anderen anzündet, und von diesem einen weiteren, und durch die Weitergabe von einem zum anderen immer Licht vorhanden ist, ebenso fließt die geschenkte Gnade des Göttlichen Geistes durch die Handauflegung der Apostel auf ihre Nachfolger, und von ihnen wiederum auf andere und dann auf die nächstfolgenden, also durch die Generationen, und erleuchtet alle, die sich den geistlichen Hirten und Lehrern anvertrauen. Heiliger Gregor Palamas

Predigt, in der auch von der Umkehr die Rede ist:

Erst kürzlich haben wir mit den großen Augen des Glaubens den Himmel fahrenden Christus geschaut, und zwar nicht in geringerem Maße als jene, die das Glück hatten, Ihn mit physischen Augen zu sehen, und auch durchaus ihnen in Seligkeit nicht nachstehend. Denn der Herr sprach: Selig sind die nicht sehen und doch glauben (Jh 20,29) - und ebenso jene, die nach dem, was sie gehört hatten, zum Glauben gelangt und durch den Glauben sehend geworden sind.

Nach der Auferstehung von den Toten, nachdem Er Seinen Jüngern erschienen und in den Himmel aufgestiegen war, sprach der Herr zu ihnen: Und siehe, ich will auf euch senden die Verheißung meines Vaters. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis daß ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe; ihr werdet aber die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde (Lk 24,49; Apg 1,8).

Als die fünfzig Tage nach der Auferstehung erfüllt waren - welcher Begebenheit wir jetzt gedenken - und als alle Jünger einmütig in einem Obergemach an heiliger Stätte versammelt waren, gleichsam in der hohen Stube ihrer Seele, und alle in sich gekehrt waren, als sie sich dem Gebet hingaben und Gott heilige Hymnen sangen, geschah plötzlich, wie der Evangelist Lukas berichtet, ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen (Apg 2,2). Das ist dasselbe Brausen, von welchem die Prophetin Anna weissagte, als sie die Verheißung über Samuel empfing, und sprach: Der Herr fuhr in den Himmel auf und donnerte: Er gibt Stärke und erhöht Seines Gesalbten Macht (1. Sam 2,10). Jenes Brausen wurde auch in einer Vision des Elias angekündet, denn es heißt dort: Dies ist die Stimme des feinen Lufthauches, und dort ist der Herr (1. Kön 19,12); denn die Stimme des feinen Lufthauches - eben dies ist das Brausen des Windes. Die Vorausbedeutung dieser Stimme und dieses Brausens kannst du auch in dem Evangelium Christi finden. Denn am letzten Tag des erhabenen Festes, d.h. an Pfingsten, trat Jesus auf, - wie der Theologe und Evangelist Johannes berichtet, - rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Dies aber sagte er von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten (Jh 7,37-39). Und nach der Auferstehung blies Er Seine Jünger an und sprach: Nehmet hin den Heiligen Geist (Jh 20,22).

So ist es, daß jene Stimme das Brausen vorbedeutete und jenes Blasen das Wehen, welches nun stürmisch von oben kommend, zu einem großen und mächtigen Brausen vom Himmel her geworden, den ganzen Erdkreis unter der Sonne herbeiruft, und allen, die im Glauben kommen, Gnade schenkt und in sie einzieht.

Es offenbart sich mächtig, als eine die Kräfte des Bösen niederschmetternde und allbesiegende, jede Stadt und Festung des Feindes vernichtende und die Selbstbewußten demütigende Gewalt, die jedoch die von Herzen Demütigen emporträgt und das, was üblerweise aufgelöst war, wieder festigt, die Fesseln der Sünde zertrümmert und die Bande der Knechtschaft löst.

Er erfüllte aber das Haus, wo sie sich befanden, und machte es zu einem geistlichen Taufbecken, wodurch sich jene weitere Verheißung des Erlösers erfüllte, als Er ihnen versprach: Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen (Apg 1,5). Auch jener Name, bei dem Er sie einst gerufen hatte, erwies sich nun als gerechtfertigt, denn durch die Kraft dieses Brausens vom Himmel her wurden die Apostel wahrhafte Donnersöhne.

Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer, die sich verteilten und sich auf jeden einzelnen von ihnen niederließen, und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes, und fingen an zu predigen in anderen Zungen, wie der Geist gab ihnen auszusprechen (Apg 2,3-4). Jene wunderbaren Zeichen, welche der Gebieter vollbrachte, als Er im Leibe war, und die davon zeugen, daß Er Seiner Hypostasis (Person) nach der Eingeborene Sohn ist, der sich am Ende der Zeiten mit uns vereinigen wird, waren nun zu Ende: Jetzt begannen sich jene Dinge zu ereignen, welche den Heiligen Geist, den Seiner Hypostasis gemäß Seienden, offenbarten, auf daß wir das großartige und anbetungswürdige Mysterium der Heiligen Trias erkennen und begreifen mögen. Denn wahrhaft auch schon zuvor wirkte der Heilige Geist, denn Er war es, der durch die Propheten gesprochen und die Zukunft geweissagt hatte - jetzt aber offenbarte Er sich allen durch Feuerzungen in Seiner Hypostasis, und auf Herrschaftliche Weise, wie auf einem Thron, ließ Er sich auf den Jüngern Christi nieder und machte sie zu Werkzeugen Seiner Kraft.

Weshalb offenbarte Er sich in der Gestalt von Zungen? Um zu zeigen, daß Er dem Wort Gottes verwandt ist; denn nichts ist dem Wort näher als die Zunge. Aber auch um der Gnade des Lehramtes willen: Denn wer über Christus lehrt, benötigt eine begnadigte Zunge.

Warum aber feurige Zungen? Nicht nur wegen der Einwesentlichkeit des Geistes mit dem Vater und dem Sohne, - denn unser Gott ist Feuer, und zwar jenes Feuer, welches die Frevelhaftigkeit aufzehrt, -sondern auch wegen der außerordentlichen Wirkung der Apostolischen Predigt: Sie sollte zugleich Segen spenden und bestrafen; wie das Feuer dazu angelegt ist, zu erhellen und zu versengen, so erleuchtet auch das Wort der Lehre über Christus die Hörenden, während es die hartnäckig sich Widersetzenden dem Feuer und der ewigen Qual übergibt. Diese Zungen waren, wie der Apostel Lukas sagt, nicht wörtlich "feurig", sondern "als wären sie feurig",

damit keiner etwa meine, daß jenes Feuer (in den "feurigen Zungen") physisch zu verstehen und materiell sei - so wurde gesagt, damit wir uns anhand dieser Analogie eine Vorstellung von der Erscheinung des Geistes bilden können.

Warum erschienen die Zungen für sie zerteilt? Weil einzig und alleine Christus, dem vom Himmel Herabgestiegenen, vom Vater der Geist "ohne Maß" gegeben wurde, denn Er verfügte auch im Fleische über dessen gesamte Kraft und Wirkungsenergie -während sich auf keinem von ihnen die allumfassende Gnade des Geistes ganz niederließ, sondern auf jedem nur teilweise: Der eine erhält eine, der andere eine andere der Gnadengaben, damit niemand die den Heiligen von dem Geist gegebene Gnade deren eigenem Wesen und nicht Seiner Wirkung zuschreibe.

Der Ausdruck aber setzte sich weist nicht nur auf die Herrschaftliche Würde, sondern auch auf die Einheit des Göttlichen Geistes hin. Ersetzte sich auf einen jeglichen unter ihnen und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes: Denn auch gemäß Seiner verschiedenartigen Kräfte und Wirkungen verteilt, erscheint der Heilige Geist in jeder Seiner Handlungen als ganzheitlich, als ungeteilt und zugleich austeilbar, als vollständig und zugleich zum Anteil geschenkt, nach dem Bild der Sonnenstrahlen.

Und fingen an zu predigen in anderen Zungen, d.h. in den verschiedenen Mundarten der aus allen Völkern Zusammengeströmten, wie der Geist gab ihnen auszusprechen; denn sie wurden Werkzeuge des Göttlichen Geistes, handelnd und bewegt nach Seinem Willen und Seiner Kraft. Jedes von außen empfangende Werkzeug aber wird nicht teilhaftig des Wesens, sondern der Wirkungsenergie, welche von ihm empfangen wird; so verhält es sich auch mit einem "Werkzeug" des Heiligen Geistes, so wie David, der im Heiligen Geist redet, spricht: Meine Zunge ist das Rohr eines schnellen Schreibers (Ps 44,2). Folglich ist das schreibende Rohr ein Werkzeug des Schreibers, und es wird natürlich nicht teilhaftig des Wesens des Schreibenden, sondern nur seiner Energie, und es zeichnet das auf, was der Schreibende will und kann.

Auf welche Weise nun ist der Heilige Geist die Verheißung des Vaters? Insofern Er durch Seine Propheten verheißen wurde. So sprach Er durch Hesekiel: Ich gebe euch ein neues Herz und senke einen neuen Geist in euer Inneres, und Meinen Geist gebe ich in euch (Hes 36,26). Und durch Joel: Es wird in den letzten Tagen sein, da gieße ich Meinen Geist über alles Fleisch aus (Joel 2,28). Und Moses, der Ihn herbeisehnte, weissagte: Bestände doch des Herrn ganzes Volk aus Propheten, daß Seinen Geist der Herr auf sie lege (Num 11,29). Insofern die Huld und die Verheißung eins sind beim Vater und Sohne, spricht Christus zu den an Ihn Glaubenden: Wer aber des Wassers trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten (Jh 4,14). Wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen, was der Evangelist auslegt: Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glauben (Jh 7,38-39). Und als die Zeit zur Heilbringenden Passion gekommen war, sprach der Herr zu Seinen Jüngern: Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen anderen Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit (Jh 14,15-17), und weiter: Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, Derselbige wird euch alles lehren (Jh 14,25-26). Und weiter: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir (Jh 15,26), und wird euch in alle Wahrheit leiten (Jh 16,13).

Nun hat sich aber die Verheißung erfüllt, und der Heilige Geist ist herabgekommen, vom Vater und vom Sohn gesandt und gegeben, und Er erleuchtet die heiligen Jünger und läßt sie durch und durch in göttlicher Weise wie Leuchter erstrahlen, oder läßt sie, die das Wort des ewigen Lebens in sich tragen, wie überirdische Sterne des Weltalls scheinen, durch welche Er das ganze All erleuchtet. So wie wenn jemand von einem Lichtträger einen anderen anzündet, und von diesem einen weiteren, und durch die Weitergabe von einem zum anderen immer Licht vorhanden ist, ebenso fließt die geschenkte Gnade des Göttlichen Geistes durch die Handauflegung der Apostel auf ihre Nachfolger, und von ihnen wiederum auf andere und dann auf die nächstfolgenden, also durch die Generationen, und erleuchtet alle, die sich den geistlichen Hirten und Lehrern anvertrauen.

Auf diese Weise bringt jeder geistliche Hierarch zu seiner Zeit der Stadt diese Gnade und Gabe Gottes und durch das Evangelium die Erleuchtung des Göttlichen Geistes. Diejenigen jedoch, die irgendeinen von ihnen verwerfen, soweit dies in ihrer Macht steht, unterbrechen die Göttliche Gnade und heben die Göttliche Sukzession auf; sie entfernen sich selber von Gott und überliefern sich dem Verderb und aller Art von Unheil, was auch ihr unlängst in eigener Erfahrung sahet. So wendet jetzt eure Seelen dem von Gott kommenden geistlichen Hirten zu, und wenn ihr mir Gehorsam erweist, der ich euch das rate, was zu eurem Heil gereicht, so werdet ihr herrlich und in Wahrheit das alljährliche Gedenken der Herabkunft des Göttlichen Geistes feiern können: Welcher um unserer Rettung willen auf uns niederkam, aus Seiner unaussprechlichen Menschenliebe, um deretwillen auch der Eingeborene Sohn Gottes die Himmel neigte, herabstieg und unser Fleisch annahm. Denn wenn Er Selber nicht mit dem Leib in den Himmel aufgefahren wäre und nicht den Heiligen Geist gesandt hätte, damit Er Seine Jünger stärke und mit ihnen sei - und dies gilt auch für ihre Nachfolger von Geschlecht zu

Geschlecht und für die Verkünder des Evangeliums der Gnade, - so wäre die Predigt der Wahrheit nicht zu allen Völkern gelangt und nicht einmal auf uns gekommen.

Aus diesem Grunde offenbarte der menschenliebendste Gebieter nun Seine Jünger als Teilhaber und Spender von Licht und ewigem Leben, sowie als Väter derer, die ins ewige Leben geboren und nun würdig geworden sind, Kinder des Lichtes und selber Väter der Erleuchtung zu sein, und auf diese Weise wird Er Selber gegenwärtig sein bis zum Ende der Zeiten, wie dies hinsichtlich des Heiligen Geistes (Seiner ewigen Anwesenheit in der Kirche) verheißen worden ist: Denn Er ist Eins mit dem Vater und dem Geist, nicht in Begriffen von Hypostasis, sondern der Gottheit. Der Heilige Geist war immer und war zusammen mit dem Sohn im Vater. Denn wie könnte der Vater und Anfanglose Nous ohne Sohn und den ebenso anfanglosen Logos sein? Und wie könnte der Ewigseiende Logos ohne den gleicherweise Ewigseienden Geist (gr. Pneumatos) sein?

(ANMERKUNG: „Nous“ - für diesen griechischen Begriff gibt es im Deutschen keine Entsprechung. Im Menschen ist dies der höchste und den Menschen ganzheitlich umfassende Teil der Seele, der der reinsten Erkenntnis fähig ist und den göttlichen Geist empfängt. Wenn „diakrisis“ = Verstand, Urteilskraft ist, und „dianoia“ - die Ver-nunft, so könnte man für „Nous“ im Deutschen als Übersetzung das einfache „Nunft“, wie Russisch „raz-um“ (dia-noia) und „um“ (nous) vorschlagen. „Nous“ wird im Deutschen meist als „Sinn“ bzw. „Geist“ wiedergegeben, letzteres wäre jedoch in diesem Fall irreführend. In der Dreieinigkeit gilt der Vater als oberster „Nous“. So auch an dieser Stelle.)

So war der Heilige Geist immer, ist immer und wird immer sein: mit-erschaffend mit dem Vater und dem Sohne bei der Schöpfung, mit-erneuernd das Verfallene und das Bestehende in seiner Ordnung erhaltend - überall seiend und alles erfüllend, alles lenkend und regierend. So heißt es: Wohin soll ich gehen vor Deinem Geist und vor Deinem Antlitz, wohin soll ich fliehen? (Ps 138,7).

Nicht nur überall, sondern auch über allem; und nicht nur in jedem Äon und zu jeder Zeit, sondern auch vor allen Äonen und allen Zeiten; und nicht nur wird Er mit uns bis zum Ende des jetzigen Äons sein, wie verhießen, sondern in noch viel größerem Maße wird Er mit den Würdigen im zukünftigen Reich des Heiligen Geistes sein, sie unsterblich gestalten und mit ewigem Ruhm erfüllen - sogar ihre Leiber, was der Herr, als Er seinen Jüngern erschien, verhieß: Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, daß er bei euch sei ewiglich (Jh 14,16).

Denn es wird gesät, - spricht der Apostel, - d.h. der tote, zuvor belebte Körper wird begraben und der Erde übergeben; man könnte auch sagen: der physische Körper, der aus Seele und Leib besteht, die vereint existieren und sich bewegen. Es wird jedoch auferstehen, d.h. sich wiederbeleben, der geistliche Körper; man könnte auch sagen: der "hyperphysische" (übernatürliche), der von dem Göttlichen Geist gebildete und geleitete, und von der Kraft des Geistes in Unsterblichkeit, Herrlichkeit und Unverweslichkeit gekleidete. Es spricht der Apostel: Der erste Mensch Adam ward zu einer lebendigen Seele, und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen (1 Kor 15,45-48). Welche sind dies? Die beständig und unerschütterlich im Glauben, die stets fruchtbringend in dem Werke des Herrn sind, die das Abbild des Himmlischen in ihrem Gehorsam dem Herrn gegenüber in sich tragen. Denn, wer nicht an den Sohn glaubt, - spricht nach dem Evangelisten Johannes der Vorläufer des Herrn, - der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm (Jh 3,36). Wer kann dem Zorn Gottes standhalten? Schrecklich ist es, Brüder, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen; denn wo wir uns schon vor den Händen der Feinde fürchten, da der Herr doch spricht: Und fürchtet euch nicht vor jenen, die den Leib töten (Mt 10,28), wie sollte ein vernünftiger Mensch nicht die Göttliche Hand fürchten, die sich im Zorn gegen die Ungläubigen erhebt? Der göttliche Zorn ereilt alle Seelen derer, die in Unzüchtigkeit und Gewalttätigkeit leben, derjenigen, die die Umkehr nicht kennen und die die Wahrheit in Ungerechtigkeit niederhalten (Röm 1,18).

So wollen wir vor diesem Zorn uns hüten, und durch Reue laßt uns eilen, die Gnade und das Erbarmen des Allheiligen Geistes herabzuflehen. Um dies in einem Wort auszudrücken: Wenn ihr das Leben wollt, die Tage des Heils schauen wollt und euch von den sichtbaren und unsichtbaren Feinden freimachen wollt oder von den uns derzeit bedrängenden Barbaren und von anderen Peinigungen, die

dem von Anfang an Bösen und seinen Engeln bereitet sind, so fliehet alles Böse und tut das Gute. Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset euch nicht irreführen! Weder die Unzüchtigen noch die Götzendiener noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder, noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer, noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben (1 Kor 6,9).

Derjenige, der keinen Anteil mit Gott hat, ist nicht göttlich, noch hat er Gott als Vater.

Aber wir, Brüder, wollen uns von den Gott verhassten Taten und Worten abkehren, um Ihn mit Kühnheit Vater zu rufen. Wenden wir uns Ihm in Wahrheit zu, damit auch Er sich uns zuwende, uns von aller Sünde reinige und Seiner Göttlichen Gnade würdig erweise. Denn derart werden wir in Äonen festen und gottbegeistert und im Geiste die Erfüllung der Göttlichen Verheißung feiern - die Herabkunft des Allheiligen Geistes auf die Menschen und Sein Ruhen auf ihnen, die Frucht und die Erfüllung der seligen Hoffnung in Christus, unserem Herrn: Denn Ihm gebührt Ruhm, Ehre und Anbetung mit Seinem Anfanglosen Vater und dem Allheiligen und Gütigen und Lebenspendenden Geist, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.

 

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