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Startseite Orthodoxes Treffen Orthodoxes Treffen - 2012

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland

Orthodoxes Treffen - 2012

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Die Themen von 2001-2015 /- Anmeldeformular - / - Seminarvorträge -

Das offene Orthodoxe Seminar 2012. Die Eindrücke.

- Internetseite russischen orthodoxen Gemeinde “Schutz der Gottesmutter” (Maria Himmelfahrt) - Berlin -

Ich und Daria hatten das Glück beim offenen Orthodoxen Seminar in München dabei gewesen zu sein. Wie es sich herausgestellt hat, findet dieses jährliche Seminar schon seit 30 Jahren in der Münchener Kathedrale statt. Es war also nicht nur unser erstes, sondern auch das Jubiläums- Seminar.

Es war offensichtlich der liebe Gott selbst, der uns Unentschlossene in unserer Absicht dorthin zu fahren bekräftigt hat. Denn ich verspüre jetzt nach der Fahrt ein wundersames Gefühl der geistigen Kräftigung. Das erste was in der Erinnerung geblieben ist, war die nette Stimme am Telefon, welche der Matuschka, der Frau von Priester Nikolai Artemov gehörte. Sie musste lachen, nachdem ich wieder mal unsere Absage der Teilnahme am Seminar für ungültig erklären musste. Danach folgte eine Reihe von Ereignissen, die vielleicht nicht direkt etwas mit dem Seminar zu tun haben, aber dennoch das Bild dieser wunderbaren Dezembertage vervollständigen. Zuerst die Ankunft von Daria aus Hamburg in Berlin, ein nur 3-stündiger Schlaf, 6 Stunden zusammen im Zug. Die Unterhaltung der Schwestern in Christus, die lange Zeit sich nicht getroffen hatten, so spannend, dass wir unsere S-Bahn Station in München verpassten und umkehren mussten. Wir mussten warten auf die nächste Bahn, dabei haben wir vom heißen Tee geträumt… Und endlich waren wir da, das erste Mal in der Kathedrale der heiligen Neumärtyrer und Bekenner Russlands. Wunderschön! Und was für nette Leute! Wir wurden sehr herzlich mit heißem Tee empfangen. Nach der kleinen Zwischenmahlzeit ging es zum gemeinsamen Gebet, nach welchem Erzbischof Mark das Treffen eröffnete. Uns hat alles interessiert, obwohl wir das Fehlen von Schlaf letzte Nacht verspürten.

Schon der erste Vortrag von Vr. Nikolai Artemov zum Thema «VII Jahrhundert: Freiheit des menschlichen Willens. Vergöttlichung. Das Werk des hl. Maximos des Bekenners» hat uns mit seiner Tiefe und Verständlichkeit total beeindruckt und hat eine Gedankenwelle erzeugt, über Vergöttlichung (gr. Theosis) – über den idealen Zustand, welchem jeder Christ in seinem Leben zustreben soll. Nach dem Ende stellten die Teilnehmer Fragen, die so unterschiedlich waren wie die Teilnehmer selbst. Das war sehr interessant und hat gut zur Beschreibung des Seminars gepasst, wo es um eine freie Gesprächsform mit den Priestern, um Kennenlernen und Gemeinschaftlichkeit ging. Beim gemeinsamen Essen begann dann das Schließen von Bekanntschaften. Es waren Leute aus Wiesbaden, Karlsruhe, Frankfurt, Salzburg, Brüssel, wie auch aus kleineren Städten, aber vor allem aus München da. Ein neues Gefühl, dass der Orthodoxe Glauben allumfassend und einheitlich ist, wurde geboren.

(Bis hierher Übersetzung aus dem Russischen von Donat, leicht überarbeitet von Peter)

Eine wahre Bekräftigung war natürlich der Bischofsgottesdienst, wie immer würdevoll, besonders schön und segensreich, und das innerhalb von 3 Tagen. Solche Verbindung der Gebetsatmosphäre der Gottesdienste mit der Arbeit des Seminars schien mir ideal für unsere Kommunikation mit den Geistlichen zu sein. Jeder Vortrag war auf eigene Art aktuell, interessant und neu, mit lebendigen Beispielen, erstaunlichen Fotos und interessanten Kommentaren.

Im Vortrag von Nonne Vassa über die aktive Teilnahme der Gläubigen im Kontext des orthodoxen Gottesdienstes wurde zum Beispiel die Frage der Niederwerfung vor dem Gebet „Vater Unser“ (welche wir nicht schaffen zu vollbringen, die aber während der Fastenzeit unbedingt vollbracht werden sollte) angeschnitten. Auch über das Lesen des Evangeliums vor dem Altartisch oder auf dem Ambon, und über kirchliches Singen wurde gesprochen. Vater Nikolai gab dem Wunsch Ausdruck, aus der Überlieferung wirklich gute und sinnvolle Traditionen zu gewinnen, die zur Verständlichkeit des Gottesdienstes und zur aktiven Teilnahme der Gläubigen daran beitragen würden.

Besondere Aufmerksamkeit wurde der Arbeit mit Jugendlichen gewidmet. Im Seminar traten 2 junge Frauen auf – die Kuratorinnen für Jugendarbeit beim Synod – Lija Smirnova und Ekaterina Paliy, die so vorbildlich, bildhaft und optimistisch das internationale Jugendprogramm „Glauben und Handeln“ präsentierten, dass man ihnen die Fragen stellte: „Und welche Probleme haben Sie eigentlich?“ und: „Wie unterscheidet sich Ihre Tätigkeit von der Tätigkeit einer Komsomol-Organisation?“ Das hat die Moskauer Gäste etwas verwirrt, aber sie konnten auch über Probleme bei ihrer Arbeit erzählen, und auf die zweite Frage halfen ihnen die Geistlichen zu antworten. Die anwesenden Jugendlichen konnten sich außerdem bei einem informellen Gespräch treffen, welches die Kuratoren der Jugendarbeit Erzpriester Ilya Limberger (Stuttgart) und Katja Khorsun (München) im Münchener „Augustiner“ organisierten. Am nächsten Tag trat Vater Ilya mit seinem angekündigten Vortrag “Die Heilige Schrift durch das Prisma des Ehesakramentes” auf. Es war sehr spannend, sich in den Sinn der Verweise auf die Heilige Schrift zu vertiefen, welche das Ehesakrament enthält, umso mehr weil Vater Ilya seinen Vortrag sehr dynamisch, im Dialog-Stil und nicht ohne Humor-Anteil aufbaute. Er berichtete den Hörern außerdem über das Problem der Arbeit mit der heutigen Jugend in Deutschland, wo die große Kluft zwischen physischer und professioneller Reife Schwierigkeiten bei der Gründung christlicher Familien schafft.

Die Teilnehmer des Seminars wurden sowohl von Mitgliedern der Münchener Kirchengemeinde als auch von den Münchener Klöstern untergebracht. Sehr angenehm haben uns die Güte der Leute, ihre Bereitschaft uns hin- und zurückzufahren, ihre Freundlichkeit, und die Organisation der Mahlzeiten überrascht. Nur deswegen sollte man dahin gekommen sein! Eine weibliches Mitglied der Gemeinde der Münchener Kathedrale namens Natalia wollte uns unbedingt das Grab des neu verherrlichten Heiligen Alexander Schmorell zeigen. Aber leider hatten wir dafür keine Zeit mehr. Also gibt es einen Grund zum nächsten Orthodoxen Treffen zu kommen. Übrigens wurden die Themen des nächsten Treffens zusammen mit den Teilnehmern des Seminars bestimmt, so dass jeder die Möglichkeit hatte, seine Wunschthemen vorzuschlagen. Wahrscheinlich werden das nächste Mal Themen wie Ikonen, das Mönchstum, die Kindererziehung zur Sprache kommen.

(Zweiter Teil übersetzt aus dem Russischen von Veronika, leicht überarbeitet von Peter)

Themen der Vorträge: - Anmeldeformular -

  • Liturgik: "Participatio actuosa (aktive Teilnahme der Gläubigen) im Kontext des orthodoxen Gottesdienstes" Nonne Vassa (Dr. Larina, Universität Wien)
  • Dogmatik: «VII Jahrhundert: Freiheit des menschlichen Willens. Vergöttlichung. Das Werk des hl. Maximos des Bekenners» Erzpriester Nikolai Artemoff (München)

  • Sakramente: «Die Heilige Schrift durch das Prisma des Ehesakramentes» Erzpriester Ilya Limberger (Stuttgart)

  • Jugend und Kirche: Präsentation des internationalen Jugendprogramms «Glauben und Handeln» Lija Smirnova (Moskau — Kurator für Jugendarbeit in den selbstverwalteten Kirchen und Exarchaten), Ekaterina Paliy (Moskau, Schule des orthodoxen Dienstes an der Jugend)
  • Foto-Vortrag: «Das Kloster von Solowki. Der russische Norden» Valerij Sluschenkov (Riga)

 

"Participatio actuosa (aktive Teilnahme der Gläubigen) im Kontext des orthodoxen Gottesdienstes"

Im 20. Jh. Schrieb die «liturgische Bewegung» in der römisch-katholischen Kirche die Notwendigkeit der "participatio actuosa", der "aktiven Teilnahme" des Kirchenvolkes im Gottesdienst auf ihre Fahnene. Das Zweite Vatikanische Konzil machte diese «aktive Beteiligung» zu seinem pastoralen Anliegen und erschloss so eine ganze Reihe liturgischer Reformen, die durch dieses Konzil eingeleitet wurden. Im Vortrag soll das Prinzip der «aktiven Teilnahme» im Kontext des orthodoxen Gottesdienstes näher betrachtet werden mit folgenden Fragen: Ist dieses Prinzip der «aktiven Teilnahme» des Volkes — und nicht nur der Geistlichen und des Chores — wichtig oder notwendig im orthodoxen Gottesdienst? Gab es in der Geschichte des orthodoxen Gottesdienstes diese pastorale Perspektive, spiegelt sie sich im Typikon (in der Gottesdienstordnung) wider — diese «aktive Teilnahme» gerade des gläubigen Volkes (des Laos, der «Laien») an den kirchlichen Gottesdiensten.

"Foto-Vortrag: — Das Kloster von Solowki — gestern und heute"

Vorgeschichte, Besonderheiten und Einmaligkeit der Inselgruppe von Solowki. Der Erwerb des russischen Nordens im 15.-16. Jh. Allgemeine Bedeutung der russischen Klöster im Norden. Gründung des Solowki-Klosters durch die heiligen Zosima, Savvatij und German. Erste Kirchenbauten auf der Insel Groß-Solowki. Entwicklung des Klosters als geistiges, kulturelles, ökonomisches und militärisch-wehrhaftes Zentrum im 16.-17. Jh.
Umfang der kirchlichen Architektur, der Kreml, Wasserversorgungssysteme, Straßenbau, Handwerksblüte. Die Rolle des Abtes Filipp (Kolytschew), des späteren Metropoliten von Moskau.
Zeit der Wirren und der „Aufruhr von Solowki“ - Widerstand gegen die Reformen des Patriarchen Nikon. Erneutes Wachstum und Festigung unter Peter I. Das Gefängnis von Solowki 16.-19. Jh. Ökonomische Blüte und geistlicher Einfluss des Solowki-Klosters auf Russland im 19. Jh. und bis zum Beginn des 20. Jh. Die klösterlichen Skiten und Vertretungen. Errichtung des Schiffskanalsystems, des E-Werks und der Radiostation, der Bio-Forschungsstation.
Das Kloster in der Zeit des Bürgerkrieges, Zerstörungen und Verwandlung in eine Sowchose. 1920 — Aufbau des Konzentrationslagers Solowki, 1939 Solowki-Gefängnis. Martyrium, Erschießungen, brutale Lebensbedingungen der Gefangenen. Erprobung des Unterdrückungssystems als ökonomischem System der Sowjet-KZ-Lager.
Lehrstätte für künftige Matrosen, Stationierung der Nord-Flotte. Niedergang und Zerstörung in den 1950-60-er Jahren. 1967 Schaffung des Naturparks und Museums Solowki. Die 1970-er: Die russische Intelligenzija entdeckt die Solowki neu; Situation in den 1980-90-er Jahren und die Situation heute.

"Orthodoxie im Heiligen Land in der byzantinischen Epoche (4.-7. Jh.)"

Die Einheit der orthodoxen Jerusalemer Kirche in den verschiedenen nationalen Traditionen: jüdisch, syrisch, griechisch, armenisch, lateinisch, arabisch.
Vom Bekennertum zum Mönchtum. Der «gemäßigte» Charakter des Mönchtums im Heiligen Land. Seine Rolle in der Entstehung des Typikons. Hymnographie und Theologie.
Pilgerreisen als Massenphänomen: Vom 4. Jh. an erwirbt das Pilgern ins Heilige Land eine katechetische Funktion im römischen Reich, das sich dem Christentum zuwendet. Infrastruktur des Pilgerns. Die großen Kirchen über den Heiligen Stätten, die Klöster.
Die wachsende Bedeutung von Jerusalem und seines Bischofs. Die Gemeindekirchen.
Die Einheit des Imperiums und die Einheit der christlichen Welt.

Jugendarbeit in Russland "Glauben und Handeln"

1. Lija Smirnova (Moskau — Jugendarbeit in den selbstverwalteten Kirchen und Exarchaten)
Präsentation des internationalen Jugendprogramms «Glauben und Handeln», ein Programm, das mit dem Segen des Patriarchen Kyrill seit 2009 funktioniert. Ziel ist die Unterstützung der jungen Menschen bei ihrer Selbstfindung, so dass sie in ihrer Lebensplanung in Übereinstimmung mit den Geboten vorgehen, statt zeitgenössischen schädlichen Einflüssen anheimzufallen.
2. Ekaterina Paliy (Moskau, Schule des orthodoxen Dienstes an der Jugend)
Präsentation des orthodoxen Jugend-Aktivs «Glauben und Handeln». Ziel der Schulungen ist die Weiterbildung der Verantwortlichen für die Jugendarbeit in den Gemeinden und Dekanaten: effektive Organisation, Methoden und Formen des Dienstes an der Jugend; Aufbau und Entwicklung der Jugendarbeit in den Diözesen und auf der internationalen Ebene.

"Die Heilige Schrift durch das Prisma des Ehesakramentes"

Von allen Sakramenten enthält die Trauung die wohl größte Zahl an direkten oder indirekten Verweisen auf die Heilige Schrift, auf das Neue, wie insbesondere auch auf das Alte Testament. In der Ordnung der Krönung (Trauung) werden Sinneinheiten der Hl. Schrift als mystagogisches Instrument verwendet, um die sich Vermählenden in das eigentliche Sakrament und das Mysterium der Ehe hinein zu führen. Diese Sinneinheiten sind dazu berufen, zu dynamischen Sinnes- und Energievektoren für das künftige Eheleben des Bräutigams und der Braut zu werden. Im Verlauf des Vortrags sollen einige solcher Verweise auf die Hl. Schrift analysiert und die Sinnimpulse, die sie für die Gestaltung der Ehe liefern, beleuchtet werden.

 

Mittwoch, 26. Dezember 2012
15:00 Bittgottesdienst
Eröffnung des Treffens durch S. E. Mark, Erzbischof von Berlin und Deutschland
15:45 «VII Jahrhundert: Freiheit des menschlichen Willens. Vergöttlichung. Das Werk des hl. Maximos des Bekenners» Erzpriester Nikolai Artemoff (München) - Diskussion
17:00 Abend- und Morgengottesdienst (Beichtmöglichkeit)
19:45 Abendessen

Donnerstag, 27. Dezember 2012
07:15 Stundenlesung, Göttliche Liturgie
09:35 Frühstück
10:15  "Participatio actuosa (aktive Teilnahme der Gläubigen) im Kontext des orthodoxen Gottesdienstes" Nonne Vassa (Dr. Larina, Universität Wien) - Diskussion
11:15  «Orthodoxie im Heiligen Land in der byzantinischen Epoche» Diakon Alexander Zanemonets (Jerusalem) - Diskussion
12:15  - Diskussion
13:30 Mittagessen
14:45 Präsentation des internationalen Jugendprogramms «Glauben und Handeln» Lija Smirnova (Moskau — Kurator für Jugendarbeit in den selbstverwalteten Kirchen und Exarchaten), Ekaterina Paliy (Moskau, Schule des orthodoxen Dienstes an der Jugend) - Diskussion
15:45 Foto-Vortrag «Das Kloster von Solowki. Der russische Norden - gestern und heute» Valerij Sluschenkov (Riga) - Diskussion
16:45 Teepause
17:00 Abend- und Morgengottesdienst (Beichtmöglichkeit)
19:45 Abendessen

Freitag, 28. Dezember 2012
07:15 Stundenlesung, Göttliche Liturgie
09:35 Frühstück
10:15 «Aspekte der russischen Präsenz im Heiligen Land» Diakon Alexander Zanemonets (Jerusalem) - Diskussion
11:30 «Die Heilige Schrift durch das Prisma des Ehesakramentes» Erzpriester Ilya Limberger (Stuttgart) - Diskussion
12:45 Abschlussdiskussion, Nachlese.
13:30 Mittagessen
15:00 Abschluss des offiziellen Teils

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