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Startseite Neumärtyrer Zwei Schwestern: deutsche Prinzessinnen, Russlands Heiligen - Alix

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

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Zwei Schwestern: deutsche Prinzessinnen, Russlands Heiligen - Alix

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17. Juli (4. Juli nach Altem Stil) - Hll. Zaren - Neumärtyrer.
Gottesdienste: am 16.07.2016 Sa. 17:00 Nachtwache (Vigil) 
17.07.2016 So. 8:00 Göttliche Liturgie in deutsche Sprache in Kapelle d. Hl. Nikolaus
17.07.2016 So. 10:00 Göttliche Liturgie auf kirchen-slavisch in Kathedrale

Prinzessin Victoria Alix Helena Louise Beatrice von Hessen-Darmstadt und bei Rhein, die jüngere Schwester von Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, die letzte Kaiserin von Russland Alexandra Fjodorowna  Romanowa

Sie wurde wegen ihrer fröhlichen Art von der Familie „Sonnenschein“ genannt.

Alix war die Tochter des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und dessen Gemahlin Alice von Großbritannien und Irland und somit eine Enkelin der britischen Königin Victoria. Sie wurde am 25. Mai 1872 in Darmstadt als sechstes Kind und vierte Tochter geboren und am 1. Juli 1872, dem Hochzeitstag ihrer Eltern, lutheranisch  getauft. Ihre Taufpaten waren der Prinz und die Prinzessin von Wales, der zukünftige Zar Alexander III. und seine Frau, Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland, die Herzogin von Cambridge und die Landgräfin von Hessen-Kassel. Sie erhielt den Namen Alix, da laut ihrer Mutter der Name „nicht so leicht verketzert werden“ könne, wie der Name Alice „weil man hier meinen Namen umbringt. Man spricht ihn ′Aliice′ aus“. Die weiteren Namen erhielt sie zu Ehren ihrer Großmutter Königin Victoria und ihrer englischen Tanten, der Schwestern ihrer Mutter. Sie wurde wegen ihrer fröhlichen Art von der Familie „Sonnenschein“ genannt. Seit ihrer Kindheit führte sie Tagebuch und eine umfangreiche Korrespondenz. Durch den frühen Tod ihrer Mutter stand Alix ihrer Großmutter Königin Victoria sehr nahe und wuchs größtenteils mit ihren drei Schwestern und dem Bruder in England auf. Victoria liebte Alix abgöttisch, weil sie so ein stilles, kleines Mädchen war.

Alix heiratete recht spät für ihren Stand. 1894 vermählte sie sich dem russischen Thronfolger, dem sie in einer auf gegenseitiger Neigung beruhenden überaus glücklichen Ehe bis zum Tode verbunden blieb. Ihren zukünftigen Mann Nikolaus, einen Cousin zweiten Grades, traf Alix bereits im Alter von zwölf Jahren auf der Hochzeit ihrer Schwester Elisabeth im Jahre 1884. Nikolaus' Eltern, Maria Fjodorowna und Alexander III., stimmten einer Ehe der beiden nicht gleich zu. Alexander III. mochte zwar Alix scheue Art und schätzte ihr ruhiges Naturell, aber seine Mutter sah in ihr nur die Deutsche. Doch ihr Sohn liebte Alix sehr und konnte seine Mutter letztendlich überzeugen.

Alix, durch den frühen Tod der Mutter sehr religiös geprägt, hatte gewisse persönliche Bedenken wegen des Übertritts vom lutherischen zum russisch-orthodoxen Glauben, der zur Heirat mit Nikolaus nötig war. Der junge Zarewitsch gab seiner Braut reichlich Zeit und stellte ihr einen orthodoxen Priester zur Seite, der sie in die Lehren des Glaubens einwies und dessen Zusprache ihr Mut machte. Die Prinzessin war sehr fromm und wagte es nicht, dem Luthertum die Treue zu brechen. Da half ihr aber das Beispiel ihrer Schwester, Großfürstin Jelisaweta Feodorowna, die sich nach acht Jahren Ehe der Orthodoxie angeschlossen hatte.

Der überraschende Tod Alexanders III. am 1. November 1894 machte eine schnelle Hochzeit des neuen Monarchen notwendig, weshalb die erst für das das Jahr 1895 geplante Trauung bereits am 26. November 1894 stattfand. Mit Heirat und dem Übertritt zum russisch-orthodoxen Glauben änderte Alix ihren Vornamen in die orthodoxe Form Alexandra Fjodorowna. Nach dem Tod Kaiser Alexanders III. wurden Nikolaus und Alexandra im Rahmen einer sehr prunkvollen Zeremonie zum Kaiserpaar gekrönt. Nikolaus war damals erst 25 Jahre alt.

Die gekrönte Familie machte sich zum Vorbild der einigen, wahrhaft christlichen Familie. Die Zarin bemühte sich, ihrem Gatten dem Zaren eine „wirkliche Helferin in allen Hinsichten“ zu werden und bei ihrer angeborenen Neigung zur Mystik sich zur orthodoxen Lehre hingezogen fühlte.



Unüberwindliche Scheu vor der Öffentlichkeit und übermäßige Nervosität erschwerten ihr den Umgang mit anderen Menschen und ließen sie mehr und mehr die repräsentativen Pflichten vernachlässigen. Die Zarin galt daher für hochmütig und kalt und blieb die Fremde, die Deutsche. Alexandra war weder am Hof noch beim Volk sonderlich beliebt, einerseits wegen fehlender sozialer Fähigkeiten, andererseits auf Grund ihrer deutschen Herkunft. Sie war immer sehr schüchtern, biss sich bei Zeremonien auf die Lippen, aus Furcht, Fehler zu machen. So zog sie sich bei gesellschaftlichen Ereignissen schnell zurück und flüchtete sich in Migräneattacken, verursacht durch die eigene Unsicherheit. Hinzu kam noch, dass sie nach vier Geburten immer noch keinen männlichen Thronfolger zur Welt gebracht hatte.

Erst 1904, nach vier Töchtern, wurde mit Alexei der lang erwartete Zarewitsch geboren, und der Fortbestand der Romanow-Dynastie schien gesichert. Doch die Freude über den neugeborenen Jungen war nur von kurzer Dauer, da Alexei an der unheilbaren „Bluterkrankheit“ litt. Er erbte die Krankheit der Nachkommen von Königin Victoria – Hämophilie. Die schwere Krankheit belastete das Ehepaar zusehends; besonders die zu Schwermut neigende Alexandra zog sich mehr und mehr zurück und nahm schließlich nur noch unausweichliche öffentliche Termine wahr. Nikolaus siedelte mit seiner Familie vom Winterpalast, der offiziellen Zarenresidenz, in den Alexanderpalast nach Zarskoje Selo um. In der bescheidenen Residenz hatte er selbst Teile seiner Kindheit verbracht und fühlte sich dort wohler als im überbordenden Prunk des Winterpalastes. Hier konnte er das Familienleben weit mehr genießen und weilte nur zwecks Regierungsgeschäften und offizieller Anlässe in Sankt Petersburg.

Die Herrscherin, die sich sehr um die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder kümmerte, vermittelte ihnen unter anderem ihre Religiosität sowie auch ihre Kultur der Korrespondenz und Tagebuchführung. Die Erstausbildung des Thronfolgers leitete sie selbst. Danach lud sie ausgezeichneten Pädagogen ein und beobachtete den Lehrfortschritt persönlich. Dank dem großen Taktgefühl der Zarin blieb die Krankheit des Zarensohnes ein Familiengeheimnis.

Die ständige Besorgnis um das Leben Alexijs war der Hauptgrund dafür, dass Grigori Rasputin am Hof erschien, der über die Fähigkeit verfügte, Blutungen zu stoppen. Daher wurde er in gefährlichen Augenblicken zur letzten Hoffnung auf die Rettung des Kindes. Die Rolle Rasputins am Leben des Hofes verdankte sich der mütterlichen Geduld der Zarin und dem Wunsch des Zaren, den Familienfrieden zu erhalten. Von 1912 an verließ sich die Kaiserfamilie und besonders Alexandra immer mehr auf seine heilenden Fähigkeiten. Der zwielichtige Prediger konnte die Blutungen des Jungen stillen, weshalb er rasch großen Einfluss auf Alexandra gewann, was Grundlage zahlreicher Gerüchte werden sollte. Dennoch unterstützte der Zar seine geliebte Frau gegen alle Vorwürfe inner- und außerhalb der Familie.


Wie ihre Zeitgenossen bezeugten, war die Herrscherin zutiefst religiös. Die Kirche war für sie der Haupttrost, insbesondere als die Krankheit des Thronfolgers sich verschlimmerte. Hoffräulein Sophie Buxhoeveden merkte an, dass Alexandra „an die Heilung durch das Gebet“ glaubte. Die Zarin ließ in den Hofkirchen die klösterliche gottesdienstliche Ordnung einführen und nahm an allen Gottesdiensten in den Hofkirchen teil, und zwar stehend. Das Palastzimmer von Alexandra war „eine Kombination des Schlafzimmers einer Zarin mit der Zelle einer Nonne. Die riesige Wand am Bett war voll mit Ikonen und Kruzifixen“. Unter den Ikonen stand ein Analogion.

Dank der Fürsorge der Zarenfamilie wurden mehrere orthodoxe Gotteshäuser errichtet. In Darmstadt, im Vaterland von Alexandra Feodorowna, wurde ein Gotteshaus zu Ehren der Hl. Maria Magdalena (zum Andenken von Maria Alexandrowna, der ersten russischen Zarin aus dem Hause Hessen) erbaut. Am 4. Oktober 1896 wurde in Hamburg, in Anwesenheit von Nikolaj II., Alexandra Feodorowna, Großfürstin Jelisaweta Feodorowna und dem Großherzog von Hessen zum Andenken der Krönung des russischen Kaiserpaares das Gotteshaus zu Ehren Aller Heiligen angelegt. Unter der Obhut der Zarin arbeiteten auch Ausschüsse zur Errichtung von Gotteshäusern zum Andenken der Seemänner, die im Russisch-Japanischen Krieg 1904-1905 gefallen waren, sowie auch des Domes zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit in Petrograd.

Eine der ersten Initiativen der für ihre Wohlfahrtstätigkeit berühmten Zarin war ihre Protektion der kaiserlichen patriotischen Frauengesellschaft laut Edikt von Zar Nikolaj II. vom 26. Februar 1896. Die außerordentlich arbeitsame Zarin, die viel Zeit mit Näharbeiten zubrachte, organisierte Wohlfahrtsjahrmärkte und Basare, auf denen selbstgemachte Souvenirs verkauft wurden. Unter ihrer Obhut funktionierten viele Wohlfahrtseinrichtungen: das „Haus der Arbeitsliebe“ mit Lehrwerkstätten für Schneiden und Nähen und einem Kinderinternat; die „Gesellschaft für Arbeitshilfe für die Intelligenz“; das „Haus der Arbeitsliebe für ausgebildete Frauen“; das „St.-Olga-Heim für Arbeitsliebe“ für Kinder von Patienten der St.-Maria-Magdalena-Klinik; das Kuratorium der „Kaiserlichen Gesellschaft für Menschenliebe“, das Spenden für die handwerkliche Ausbildung armer Kinder sammelte; die „Bienenhaus-Gesellschaft für Arbeitshilfe“; die „Zarskoje-Selo–Gesellschaft“ für Näharbeiten und die Volkskunstschule für die Handwerker-Unterrichtung; das All-Russische „Kuratorium zum Schutz von Mutterschaft und Früher Kindheit“; die Bruderschaft zu Ehren der Himmlischen Königin in Moskau (dort existierte ein Heim für 120 geistig und körperlich behinderte Kinder mit einer Schule, Werkstätten und einer Handwerksabteilung); das Krippenheim des 2. provisorischen Kuratoriums zum Schutz von Mutterschaft und Früher Kindheit; das Zarin-Alexandra-Feodorowna-Heim in Harbin; die Krippe der Peterhofer Wohlfahrtsgesellschaft; der 4. Petrograder Ausschuss des All-Russischen „Kuratoriums zum Schutz von Mutterschaft und Früher Kindheit“ mit einem Asyl für Mütter und einem Krippenheim; die Tagesmutter-Schule in Zarskoje Selo, die aus privaten Mitteln der Zarin errichtet wurde; die Gemeinde der Caritas-Schwestern der russischen Rot-Kreuz-Gesellschaft und das Haus der Herrscherin und Zarin zur Betreuung körperlich behinderter Soldaten in Zarskoje Selo; die Kreuzerhöhungs-Gemeinde der Caritas-Schwestern der russischen Rot-Kreuz-Gesellschaft; der 1. Petrograder Frauenausschuss der russischen Rot-Kreuz-Gesellschaft; die Michael-Gesellschaft zur ärztlichen Hilfe für bedürftige Soldaten-Frauen, -Witwen, -Kinder und -Waisen zum Andenken von General M. D. Skobelew (dort existierte eine Ambulanz, eine stationäre Abteilung und ein Heim für weibliche Soldatenwaisen); die All-Russische St.-Alexander-Newski-Bruderschaft der Nüchternheit (mit einer Schule, einem Kindergarten, einem Sommerhausdorf, einem Buchverlag und Volksgesangschören).

Zur Zeit des Russisch-Japanischen Krieges bereitete Alexandra Feodorowna persönlich die Spitalzüge und Medikamentenlager zur Verschickung an die Front vor. Auch in der Zeit des Ersten Weltkrieges war die Zarin sehr aktiv. Am Anfang des Krieges absolvierte sie mit ihren ältesten Töchtern Olga und Tatiana Kurse zur Pflege von Verwundeten bei Zarskoje Selo. In den Jahren 1914 und 1915 war der kaiserliche Lazarettzug in Moskau, Luga, Pleskau, Grodno, Dwinsk (heute Daugaupils), Vilno (Vilnius), Kowno, Landwarowo, Švenčionys, Tula, Orel, Kursk, Kharkow, Woronesch, Tambow, Rjasan, Witebsk, Twer, Lichoslawl, Rschew, Welikije Luki, Orscha und Mahiljou im Einsatz, wo die Zarin und ihre Kinder verwundete Krieger verpflegten.

Für die mobilen Lager und Feldlager der Zarin wurden mehrere Sonderzüge errichtet. Bei jedem Lager gab es eine Feldkirche und einen Priester. Um den verwundeten Soldaten und ihren Familien materielle Unterstützung zu leisten, wurden der Oberste Rat zur Betreuung der Familien der in den Krieg Einberufenen sowie auch der Familien von verwundeten und gefallenen Soldaten und die All-Russische Gesellschaft der Heilstätten zum Andenken des Krieges der Jahre 1914-1915 gegründet. Unter der Obhut der Zarin befanden sich folgende Lazarette: das J.A.Naryschkina-Haus der Menschenliebe; das orthopädische Institut zu Petrograd; die Michael-Gesellschaft zum Andenken M.D.Skobelews und andere. Im Winterpalast arbeitete von 1914 bis 1917 der Ausschuss des Lagers der Zarin.

Unter der Obhut der Zarin stand auch die kaiserliche Gesellschaft für Orientalistik, deren Ziel es war, „unter den östlichen Völkern genaue und vollständige Informationen über Russland zu verbreiten, sowie auch die russische Gesellschaft mit den materiellen Bedürfnissen und Eigenheiten des geistigen Lebens des Orients vertraut zu machen“.

Alexandra Feodorowna war auch eine geübte Malerin. Die von ihr geschaffenen Ikonen werden im Gotteshaus zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena in Darmstand aufbewahrt.

Am 2. März 1917 war Kaiser Nikolaj II. infolge eines Komplotts der Generäle und Politiker, die später die provisorische Regierung bildeten, gezwungen, für sich selbst und für den Thronfolger Alexij auf den Thron zu verzichten. In der Februarrevolution wurde der Kaiser gezwungen abzudanken. Heutzutage behaupten allerdings immer mehr Historiker, dass seine Abdankung gefälscht und damit unwirksam war. Zuerst dankte er zugunsten seines Sohnes ab, änderte jedoch die Abdankungsurkunde noch am selben Tag zugunsten seines Bruders. Die Situation für Alexandra spitzte sich immer mehr zu. Am 8. März 1917 wurde die Zarin mit ihren Kindern (die alle schwer an Masern erkrankt waren) durch General Lawr Kornilow in Zarskoje Selo für verhaftet erklärt. Am selben Tag wurde der Zar in Mahiljou gefangen genommen und am 9. März nach Zarskoje Selo eskortiert. Am 1. August desselben Jahres brach die Zarenfamilie aus dem Alexandrowki-Palast von Zarskoje Selo ins Exil nach Tobolsk auf, wo sie im Hause des ehemaligen Bürgermeisters erneut verhaftet wurde und dort acht Monate blieb.

In der Gefangenschaft lehrte Alexandra Feodorowna ihre Kinder das Gesetz Gottes und Fremdsprachen. Sie beschäftigte sich mit Näharbeit, Malerei und Lektüre von Erbauungsliteratur. Das gemeinsame Beten vereinte die Familie, deren Leben durch Glauben, Hoffnung und Geduld geprägt war. Umfangen von Feinden, wendeten sich die Eingekerkerten der Erbauungsliteratur zu; sie verstärkten sich durch die Vorbilder des Heilandes und der Heiligen Märtyrer und bereiteten sich auf das Martyrium vor. In Gefangenschaft schenkte die Zarin ihren Kindern die Bücher: „Das Leben und die Wunder des Heiligen Gerechten Symeon von Werkhnjaja Tura“, „Die Vita unseres ehrwürdigen Vaters Seraphim von Sarow“, „Der Trost im Tode derer, die unseren Herzen nah sind“, „über das Erdulden von Kummer“, „Die Wohltaten der Gottesmutter an die Menschheit durch ihre heiligen Ikonen“. Die zahlreichen Anmerkungen in den Büchern, insbesondere in denen der Zarin, sprechen für den hohen geistlichen Zustand der Zarenfamilie. In ihnen geht es um Glauben, Demut und allgemeiner Verzeihung sowie auch den Wunsch, den Geboten des Herrn treu zu sein. Unter den Büchern von Alexandra Feodorowna befanden sich „Die Klimax“ des Hl. Johannes Klimakos, „Über das Erdulden von Kummer und die Lehre der Heiligen Väter, zusammengestellt vom Bischof Ignatius Brjantschaninow“, ein Gebetbuch und die Bibel.

Am 26. April 1918 mussten der Zar, die Zarin und die Prinzessin Maria Nikolajewna auf Befehl aus Moskau nach Jekaterinburg fahren und den schwer kranken Alexij der Fürsorge der älteren Schwestern überlassen. Am 30. April wurden sie in einem Haus, das früher dem Ingenieur H. K. Ipatjew gehört hatte, in Haft gesetzt. Die Bolschewisten nannten es „Haus für Sonderzwecke“ und die Eingekerkerten „Bewohner“. Das Haus, umgeben von einem hohen Zaun, wurde von über 30 Menschen bewacht. Am 23. Mai um zwei Uhr morgens wurden auch die Prinzessinnen Olga, Tatiana, Anastasia und der Großfürst Alexij nach Jekaterinburg gebracht. Dort wurden die gesamte Familie, ihr Arzt und drei weitere Bedienstete nach mehrmonatiger Gefangenschaft in der Nacht zum 17. Juli 1918 in einem Keller erschossen.

Das Leben der Zarenfamilie wurde der Anstaltsordnung unterworfen. Dazu zählte die Isolierung von der Außenwelt, ein ärmlicher Verpflegungssatz, die Begrenzung der Spaziergänge auf eine Sunde Dauer, häufige Durchsuchungen und Feindseligkeit der Wächter. In dieser traurigen Zeit zeigte die Zarin außergewöhnliche Geistesgröße und „eine erstaunlich helle Ruhe, die sie und ihre ganze Familie bis zum Tag ihres Dahinscheidens aufrichtete“.

Die Ermordung der Zarenfamilie und ihrer Vertrauten erfolgte in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918. Die Eingekerkerten wurden um zwei Uhr Nachts geweckt und angewiesen, ins Untergeschoss des Hauses zu gehen. Dort wurde die Zarenfamilie und ihre Vertrauten von bewaffneten Tschekisten empfangen. Später berichteten diese, dass die Zarin und ihre ältesten Töchter es noch schafften, sich vor dem Tode zu bekreuzigen. Als erste wurden der Zar und die Zarin erschossen. Sie sahen nicht mehr das Martyrium ihrer Kinder, die, nach dem Erschießen noch lebendig, mit Bajonetten abgeschlachtet wurden.



Versorgungskommissar des Uralbezirkes, der vom Körper der Zarin einen vom Zar geschenkten Rubinring an sich nahm, lieferte Schwefelsäure und Benzin, um die Körper der Ermordeten in den alten Bergwerkschächten des Vier-Brüder-Waldes zu vernichten. Es gibt Hinweise darauf, dass der Mord am Zaren (der in der orthodoxen Gesellschaft zum Zarentum geweiht war und damit als Gesalbter Gottes eine besondere sakrale Rolle spielte) und seiner Familie, der heimlich und ohne Gerichtsurteil stattfand, eine antichristliche, rituelle Opferung gewesen war.
1991 ließ die Bezirksstaatsanwaltschaft die Grabstätte in der Nähe von Jekaterinburg offiziell öffnen, die 1979 nach der Beschreibung im Bericht entdeckt und als Grab der Zarenfamilie angesehen wurde. Am 17. Juli 1998 fand die Umbestattung der Überreste in die Familiengruft der Romanows im Peter-und-Paul-Dom von St.Petersburg statt.

1981 wurde die Zarenfamilie durch die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland heiliggesprochen. Für die russisch-orthodoxe Auslandskirche galt Nikolaus II. wegen seines Todes als Märtyrer und damit als Heiliger. Auch wurde Alexandra Feodorowna als Märtyrerin heiliggesprochen. Am 20. August 2000 wurde Nikolaus II. zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern Prinzessinnen Olga, Tatiana, Maria, Anastasia und der Großfürst Alexij auch von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
Quelle: orthpedia.de, pravenc.ru, de.wikipedia.org

Alexandra Feodorowna, rechtgläubige Zarin und hl. Leidensdulderin; Gedenktag: 17. Juli /4. Juli

 

 

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