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Startseite Botschaften Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark

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„Aus den Jubelchören der Engel
vernahmen die Hirten die Ankunft Christi im Fleische...“

In der ärmlichen Höhle von Bethelehem wird der Hirte und Anführer aller Hirten geboren. „Die Menschwerdung Gottes ist die stärkste Erschütterung und das fürsorglichste Ereignis, wie auf der Erde, so auch im Himmel, denn hier wird das Wunder aller Wunder verwirklicht“  (hl. Justin von čelije).
Vor allen anderen erfuhren von diesem Wunder die Bethlehemer Hirten, die ihre Herden hüteten. Ihnen erschienen Engel und verkündeten das Wunder, das die ganze Welt aufrütteln sollte: „Aus den Jubelchören der Engel vernahmen die Hirten die Ankunft Christi im Fleische. Wie zu einem Hirten liefen sie zu Ihm und erblickten Ihn als unschuldiges Lamm...“ (Akathist an die Allerheiligste Gottesmutter).
Der Mensch, der nach dem Bilde Gottes geschaffen und zum Ebenbild Gottes berufen war, wählte dagegen die Sünde und verirrte sich in unendlichen Wüsten des Todes und alles Tödlichen, wo es keine Nahrung für die unsterbliche menschliche Seele gibt. Schon der einstige Psalmensänger und Vorvater Christi David, beschrieb dieses Verderben und bat Gott: „Verirrt habe ich mich wie ein verlorenes Schaf, suche Deinen Knecht...“ (Ps 118, 176). Der Gute Hirte, der Allbarmherzige Herr kommt auf unsere Erde, in diese Wüste der Sünde und des Todes, um „das Verlorene zu suchen“ und das Menschengeschlecht auf Seine Schultern zu nehmen und es auf die Weide der Unsterblichkeit zu führen, indem Er es von Tod und Hölle und Teufel rettet.

Der Gute Hirte – der Gottessohn, Christus – bringt uns die Rettung, trägt auf den eigenen Schultern die Menschheit zu Gott-Vater. Durch den Heiligen Geist führt Er uns in die Kirche, die Hürde Gottes – Gottes Hof. Christus, der Gute Hirte, kommt zu uns durch die Tür aufopfernder Liebe. Er, der “zur Tür hineingehet, der ist ein Hirte der Schafe”. Hingegen: “Wer nicht zur Tür hineingehet in die Schafhürde, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber”(Jo 10, 2.1).
Leicht und in Einfachheit öffneten die Bethlehemer Hirten dem Wort des Heils die Tür ihres Herzens. Aus eigener Erfahrung wussten sie ja: Die Tür in die Schafhürde ist immer nur eine. Und nun sahen sie, da sie in dieser ihrer Einfachheit in die Höhle kamen, die einzige Tür zur Unsterblichkeit – das in der Krippe liegende Kind, das sich Selbst als wahre Nahrung des ewigen Lebens darbietet.
Christus ist Einer, und die Tür ist eine. Doch außer der Tür gibt es noch eine Vielzahl von Schlupflöchern, durch welche „Diebe und Räuber“  – innere wie äußere – in unsere Herzen eindringen, diese vielfältigen Irrlehrer und Vorkämpfer der Sünde, Verführer. Ihrer gibt es sehr viele. Sie kommen auf vielzähligen, unterschiedlichen Wegen „nur um zu stehlen, zu würgen und umzubringen“ (Jo 10, 10). Sie tragen ständig die Zerstörung alles Göttlichen in unser Leben – und dadurch auch die Vernichtung alles Menschlichen.
Indem wir unser Herz der Geburt Christi öffnen, machen wir uns zu Teilhabern des Geistes der Hirten und bereiten unsere Herzen, die Engel zu schauen, die dem Einzigen Hirten den Großen Lobpreis singen, und die ganze Frohbotschaft zu erhören. Sie bringt das Wort Gottes, das unser Fleisch annahm. Und wenn wir uns freudig in die Frohbotschaft einhören, dann vertreiben wir willig die „Diebe und Räuber“ unserer Sünden und Leidenschaften, um immer noch mehr auf des Hirten Stimme zu lauschen, und reinigen so durch Seinen Ruf unser Herz.
Wenn wir die Höhle unseres Herzens der Demut und Sanftmut des Retters der Welt überlassen, wenn wir zu Füßen des Guten Hirten niederfallen wie jene Hirten von Bethlehem, die da wachten und in Einfachheit die gute Botschaft aufnahmen, dann werden auch in uns und an uns die Worte des Psalmensängers verwirklicht: „Den Weg Deiner Gebote werde ich eilen, wenn Du mein Herz weitest” (Ps 118, 32), und weiter und weiter… führt uns mit der sicheren Hand des liebenden Hirten Christus der Heiland.
Sein Name lautet „Mit uns ist Gott“! (Emmanuel – Jes 7,14): der Gottmensch. Der Gottmensch wird in Bethlehem geboren. Der Gottmensch rettet den gefallenen Menschen. Der Gottmensch führt uns in die Schafhürde, und der Gottmensch ist es, der uns hinausführt auf Seine Weide, in die Welt neuer Sinngebung unseres eigenen und unseres allgemeinen Daseins –  dahin, wo das Wirken in Christus, Nahrung und Leben, derart sind: “Wie süss sind meiner Kehle Deine Worte, süsser als Honig für meinen Mund. Aus Deinen Geboten gewann ich Einsicht, deshalb hasse ich jeden unrechten Weg. Eine Leuchte ist Dein Gesetz für meine Füsse und Licht für meine Pfade”(Ps 118, 103-105), denn wo Christus, der Gottmensch ist, da ist weder Sünde noch Tod.
Der Stern von Bethlehem – das ist nur der Anfang des lichtführenden Weges, auf den uns das in Bethelehem geborene Gotteskind und der Lichtspender stellt, auf dem Er bereit ist, uns mit fester Hand zu führen. Lasst uns doch Seiner Stimme gehorchen, hören auf die Stimme des sanftmütigen Lammes, das zugleich der Hirte ist, welcher Selbst der Weg ist, die Wahrheit und das Leben, und die Liebe: gemäß dieser Göttlichen Liebe kam Er zu uns, und durch diese Göttliche Liebe hören wir Ihn, den einzigen Lebensspender. Amen.

Berlin-München, zur Geburt Christi 2016
+Mark, Erzbischof von Berlin und Deutschland

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese
Ikonostas

 

Kathedralkirche

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese 2015

Gott, der Allerhöchste, liegt in der Krippe. Der Unsichtbare wird sichtbar,
der Unfassbare – begreifbar. O, welches Wunder!

Erhaben und den Verstand überschreitend ist die äußerste Herablassung Gottes zum gefallenen Menschen. Niemand kann mehr sagen, er habe Gott nicht gesehen: der heilige Apostel verkündet: „Der einziggezeugte Sohn, Der in des Vaters Schoß ist, Der hat Ihn kundgemacht“ (Jo 1,18).
Welches aber ist das Ziel, was ist der Sinn dieser Selbsterniedrigung des Allerhöchsten? Das Ziel ist eines – den Menschen zu retten, der sich von seinem Schöpfer entfernte, den zurückzuführen, der Seine Wohltaten verachtete und Seine Gebote. Der Mensch verwarf und vergaß seine Würde, mißachtete seine erhabene Berufung, doch Gott kommt Selbst, Menschensohn geworden, um „zu suchen und zu erretten den Verlorenen“ (Lk 19,10).

In welche tiefe Finsternis vergräbt sich das Licht der Welt, indem es sich hergibt.
Christus überwindet die menschliche Übertretung und den Abfall von Gott durch unermessliche Liebe und Gehorsam, steigt selbst bis zur Hölle herab. „Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt“ (Jo 1,5). Das Erscheinen Gottes auf der Erde ist von Anfang an mit Erscheinungen des Lichts verbunden – vom Stern von Bethlehem bis hin zu den Kerzen, die wir in der Kirche oder auf dem Weihnachtsbaum anzünden. Von jedem von uns hängt es ab, ob wir uns von diesem Licht geistlich erleuchten lassen oder in der Dunkelheit verharren.
Die Quelle des Lebens ist zu uns gekommen! Werden wir uns aus dieser Quelle nähren, werden wir zu Teilnehmern und Teilhabern an seinem Leben, oder werden wir uns selbst durch unstillbaren Durst quälen, da wir im geistlichen Tod verharren?
Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der ist in unseren Herzen aufgeleuchtet zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Antlitz Jesu Christi“ (2 Kor, 4,6).
Gott hat die Welt aus dem Nichts geschaffen, Er ließ am Anfang das Licht in der Finsternis aufleuchten, und nicht nur einmal am Anfang der Zeiten bei der Erschaffung der Welt, sondern Er tut dies unaufhörlich.
Unser menschlicher Körper ist Finsternis, Staub. Doch inmitten dieser Finsternis zündet Gott einen Funken des Lichts an – die Gott-ähnliche Seele. Hier entflammt dieser Funken durch Glauben, Liebe, Gebet, und alle übrigen evangeliumsmäßigen asketischen Taten zu einer großen Flamme, einem erhabenen Licht. 
In Deinem Licht sehen wir das Licht - sagt der Psalmist (Ps 35,10), und mit diesen Worten besingt die Kirche den Dreieinigen Gott in der Großen Doxologie. Nur in diesem Licht und mit seiner Hilfe sind wir im Stande, das einzig wahre Licht – Gott – zu schauen.
Gott zeigt durch Seine Entäußerung Demut. Er ist nicht nur bereit, unsere Übertretung zu verzeihen, sondern strebt vollkommen danach, uns loszukaufen, uns aufzurichten, auszurichten und für ein neues Leben zu befreien. In Seiner äussersten Erniedrigung offenbart Er dem Menschen die wahre Demut.
Der Mensch verfiel in größten Stolz, als er das falsche Versprechen der Schlange annahm: „ihr werdet wie Götter“ (Gen 3,5). Erinnern wir uns daran, wie diese – auf satanische Einflößung – neuerschienenen vermeintlichen „Götter“- sogleich ihre Entblößung erkannten und von Furcht ergriffen wurden, sich zu verstecken suchten „vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter die Bäume im Garten“ (Gen 3, 8).
Der Stolz bringt in der Tiefe des Herzens Angst hervor, und fürchtet sich, dies sich einzugestehen – auch aus Angst. In unseren Tagen erschüttert Angst, Furcht, Schrecken – lateinisch „terror“ – Verstand und Herzen.
Die herzlose Zivilisation ist übervoll von großen und kleinen Furchtzuständen, die Hass und Grausamkeit erzeugen – doch zu Gott kehrt sie nicht zurück, versucht vielmehr, sich vor Ihm zu verstecken. So wie einst Adam mit seiner Frau vergeblich suchten, unter den Bäumen sich zu bergen, so verirrt sich der Mensch allzu oft mit dem Gerede von „Rechten“ und „Werten“ tatsächlich nur im Dickicht von Formeln und Formulierungen – aber kann sich nicht vor Gott verbergen, sondern verwirrt sich und seine Nächsten und hört auf, sich selbst zu sehen.
Wollen wir uns nicht täuschen. In diesen unseren Tagen und den kommenden sollen wir uns besonders daran erinnern, was der Heiland sagt: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können. Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann“ (Mt 10, 28 vgl. Lk 12, 4). Viel mehr sollen wir die Entfernung von Gott, als den Verlust unseres irdischen und leiblichen Wohlergehens. Hätten wir diese Gottesfurcht, dann würde sich unser Leben entschieden ändern – entwickeln würden sich Fasten und Enthaltsamkeit, wachsen würde mit ihnen die Dankbarkeit und Freude um des Herrn willen, die Aufnahme der unverbrüchlichen Nähe zu Christus. Die Frohbotschaft Gottes lautet: „die vollkommene Liebe treibt die Furcht hinaus“. Der heilige Apostel erklärt “die Furcht hat Pein“ und „wer sich aber fürchtet, der ist in der Liebe nicht vollendet“ (1 Jo 4, 18).
Die heiligen Apostel predigten unerschrocken, denn sie trugen den Fleisch gewordenen Christus in ihren Herzen. Er allein ist der Heiland. Und so muss unser Leben ganz Ihm gehören – wir sind berufen, zu seinem Eigentum zu werden, gottmenschlichen Sinn zu erlangen.
Einstmals wollte der Mensch nicht Gott ähnlich werden, wollte nicht in beständiger Gemeinschaft mit Gott wachsen, durch Mühe und Askese, in der Wahrheit und Gerechtigkeit, im Guten und Schönen. Doch Gott steigt in Seiner Barmherzigkeit Selbst vom Himmel herab. Der den Himmel zu Seiner Wohnstatt hat, legt sich in eine Krippe, um den Menschen zur Wohnstatt Gottes zu verwandeln. Er verlässt den Menschen nicht, erniedrigt Sich, nimmt unsere Erbärmlichkeit an, um uns Seinen Göttlichen Reichtum zu schenken - jene Liebe, die keinen Tropfen Furcht enthält.
Gross sind die Wohltaten Gottes an uns. Erwidern wir sie in Liebe und Demut.
Gehen wir Ihm entgegen! Auf nach Bethlehem, Sein lichtes Antlitz zu schauen, uns erleuchten zu lassen – fallen wir vor Ihm nieder, besingen wir Seine Geburt, die um unsrer Rettung willen geschah.
Deine Geburt, Christus unser Gott, ließ der Welt das Licht der Erkenntnis aufleuchten!

Berlin-München, zur Geburt Christi 2015
+Mark, Erzbischof von Berlin und Deutschland

Bethlehem Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese 2014

Christus wird geboren! Die Erde wird verändert!
Der Sohn, der Logos Gottes nimmt Fleisch an! Das Fleisch wird verklärt!

Wiederholt hat sich der Mensch angeschickt, die Erde zu verändern, die Gesellschaft umzubauen, ja auch den Menschen selbst umzukrempeln. All diese Versuche erwiesen sich nicht nur als vergeblich, sondern kraft seiner Sündhaftigkeit senkten sich der Mensch und die Menschheit immer tiefer in die Finsternis ihres, des ihnen eigenen, gefallenen Zustands. Gott reichte jedoch dem Menschen stets Seine feste Hand zu dessen Befreiung und wies ihm die Wege des Glaubens und der Treue.

Schließlich wurde Gott Selbst auf der Erde geboren. Geboren als Mensch. Als Gottmensch. Ein unerhörtes Wunder: der vollkommene Gott wurde nun zugleich auch vollkommener Mensch. Indem Er dieses Wunder vollbringt, verschmäht Er nicht die erbärmliche Zuflucht zwischen dem Vieh, noch die Hirten, die Ihm als erste die Anbetung darbringen. In der Person des Gottmenschen-Christus erscheint schließlich auf der Erde das erste wirklich Neue unter der Sonne. Der erste und einzige vollkommene Mensch – ein Mensch ohne Sünde, ohne Böses, ohne Lüge, und, vor allem, ohne die schlimmste Folge all dieser Übel: ein Mensch ohne Tod.

Der Allmächtige Gott wurde Mensch und brachte so all Seine Göttlichen Vollkommenheiten auf die Erde. Er öffnete dem Menschen all Seine unbegrenzten Weiten. Der unumfaßbare Gott nimmt im jungfräulichen Schoß Platz und offenbart der Menschheit den ganzen Reichtum Seiner Gottheit. Damit zeigte Er, dass der Mensch nur dann Mensch ist, wenn er mit seinem ganzen Wesen vereint ist mit Gott. Das aber bedeutet: wenn er ganz durch Gott lebt, durch Gott empfindet, durch Gott denkt, durch Gott handelt. Dann wird der Mensch aus einem sterblichen, hinfälligen Wesen zu einem unsterblichen, ewigen, mit Gotteskräften erfüllten, durch Gnade, Tugend, Ewigkeit.

Die Hirten waren keine Gelehrten, und die Engel Gottes leiteten sie nach Betlehem, so dass sie im Namen der ganzen Menschheit niederfielen an der Krippe. Und die Gelehrten, die Weisen aus dem Morgenland, wurden von den Engeln Gottes geleitet, so dass sie ihre dreimal lichten Gaben dem neuen König der ganzen Menschheit darbrachten. Engel kamen im Glanz der Herrlichkeit, um im Lobgesang dem Menschengeschlecht die Anbetung aller himmlischen Kräfte vor dem Einzigen Allerhöchsten zu offenbaren, der auf die Erde herabgestiegen ist. Gekommen war Er Selbst, um Sich – den Unsterblichen – unserem Tod auszuliefern und sich als Sieger durch den Sieg die ganze Menschheit zu gewinnen, anzueignen, zu erwerben.

Engel erscheinen, Hirten und Weise kommen, denn das kleine unscheinbare Städtchen Bethlehem ist bereits Mittelpunkt der ganzheitlichen himmlisch-irdischen Anbetung, dieses Wirbels der Hinwendung der gesamten Schöpfung zum innersten Zentrum des Weltalls – dem Schöpfer.  Hierhin streben diese Gottsucher der Welt. Sie suchten den ewigen Gott und finden ein neugeborenes Kind, in Windeln gewickelt. Gott und Mensch sind vereint im Gottmenschen Christus. In Person der Hirten von Bethlehem und der Weisen aus dem Morgenland sind Juden und Heiden vereint, sind alle Christus geweihten Völker vereint, die die Predigt der Apostel annahmen und sie bewahren.

Doch gegen diese Frohbotschaft lehnt sich nicht nur ein Herodes auf, sondern viele und stets aufs Neue. Sie mühen sich auch in unserer Zeit, die übernatürliche Einheit der an Christus Glaubenden und in Christus Lebenden zu zerstören.

In diesen freudigen lichten Tagen, während wir die Menschwerdung Gottes auf der Erde feiern, sollten wir besonders darum bemüht sein, für die Wiederherstellung von Frieden auf der Erde zu beten. Dieser Friede wurde uns Erdenbewohnern von den Engeln verkündet. Engel rufen uns auf, uns zu vereinen und mit unserem ganzen Leben das Licht der Wahrheit zu suchen, die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, der all unser Menschliches annahm, den Leib, die Seele, um mit Seiner Treue all dies zu heiligen und zu vergöttlichen! Der Apostel ruft aus: Ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages (1 Thess. 5, 5).

Lasst uns Buße tun für unsere Sünden. Wenden wir uns von ihrer Finsternis ab. Machen wir uns bewusst, dass jede auch noch so geringe Sünde uns bereits verfinstert, untereinander trennt, von Gott und vom Nächsten losreißt. Suchen wir also in unseren Herzen wie in der allerärmlichsten Höhle jenen winzigen Winkel, in welchem Gott doch schon geboren ist und ruht, Der sich unser nicht schämt, sondern in uns ganz Leib werden will, uns ganz und gar erleuchten, uns Seinen tiefen Frieden bringen, Seine Liebe, Seine Wahrheit und Gerechtigkeit, Seine Ewigkeit!

Christus wird geboren! Frohlocket!
München-Berlin im Dezember 2014

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Bethlehem Krippe

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese 2013

Du Licht vom Licht, des Vaters Abglanz

Du ließest uns, Christus Gott, in Deiner Ankunft das Licht aufstrahlen, Du Licht vom Licht, des Vaters Abglanz (Abendgottesdienst zu Christi Geburt)

Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus, liebe Brüder und Schwestern, ist „das wichtigste Ereignis seit dem Tag, an dem die Sonne aufging, bis zu dem Tag, an dem sie erlischt“ (sel. Abba Justin). An diesem lichten Festtag bezeugt die Kirche: „Deine Geburt, Christus unser Gott, ließ erstrahlen der Welt das Licht der Erkenntnis“. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass bis zur Fleischwerdung des Wortes Gottes keiner unter den Menschen Den im unzugänglichen Licht wohnenden Gott (1. Tim. 6, 16) schauen konnte. Doch geboren wurde von der irdischen Jungfrau der Gottmensch, der Herr Christus, der Abglanz des Vaters, und brachte den Menschen das rettende Wissen, – das Licht der Gotteserkenntnis. Die unauslöschliche Sonne der Gerechtigkeit wurde Mensch und siedelte sich, – in der demütigen Gestalt des Kindes, – in unserer verfinsterten, vorübergehenden und vergänglichen Welt an.

Heute feiern wir die Geburt Dessen, Der Selbst von Sich sagte: Ich bin das Licht der Welt (Jo. 8, 12). Lasst uns aber, liebe Brüder und Schwestern, mit Furcht und Zittern feiern, denn dieses Licht ist nach dem Wort Gottes gleichzeitig  auch Gericht: Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht (Jo. 3, 19). Das ist nicht nur über die Juden gesagt, die zur Zeit Jesu lebten und Ihn nicht annahmen. Gesagt ist das über all jene, die zu allen Zeiten, selbst bis ans Ende der Welt, das Licht der Liebe Christi ablehnen, da sie die sündige Finsternis mehr lieben.

Der in Sünde gefallene Mensch hat die ursprüngliche sündlose Welt angesteckt und sie ins Dunkel gestürzt, in die Macht des Todes und des Teufels. Durch Sünde und Kleinglaube können auch wir in Christus Getauften heute fallen und vom Herrn abfallen.

Um dieser Gefahr zu entweichen, rufen wir zu Ihm, wie uns die Heilige Kirche lehrt: „Vielleuchtende Sonne, lass mir deinen rettenden Glanz der Buße aufleuchten“ (Oktoechos). Auf einen solchen Ruf zögert der Herr nicht mit Seiner Antwort, denn Er ist eben dafür unter den Menschen erschienen, um Sünde, Tod und Teufel zu besiegen. Uns aber ist es gegeben, zu Teilhabern Seines Sieges zu werden, wenn wir im zweifelsfreien Glauben an Seine Göttliche Allmacht die Waffen des Lichts Christi anlegen (Röm. 13, 12), um mit Seiner Hilfe in uns die finstere Macht der Sünde und des Todes zu überwinden und gemäß der untrüglichen Verheißung des Heilands zu wahren Söhnen des Lichts werden (Jo. 12,36). Darin eben besteht auch unsere göttliche Vorsehung, Ziel und Sinn unseres irdischen Lebens. Daran erinnert uns der heutige Festtag: Gott Selbst kommt auf die Erde, um den Menschen zu seinem Urbild zurückzuführen, seinem Anfang, seinem Schöpfer. Gott wird im menschlichen Körper geheimnisvoll geboren, auf dass der Mensch ebenso geheimnisvoll aus einem gefallenen, sterblichen und vergänglichen Wesen zu einem Gott der Gnade nach wiedergeboren werden könne.

Danken wir doch aus ganzem Herzen dem allbarmherzigen Herrn, Der uns aus der Finsternis zu Seinem wunderbaren Licht berufen hat (1. Petr. 2, 9). Wenn am Ende der Zeiten der Herr Christus in der Herrlichkeit Seines Vaters kommt, um jedem nach seinen Werken zu vergelten (Mt. 16, 27), wenn diese fühlbare Sonne erlischt wie eine abgebrannte Kerze, werden die in Christus Geretteten in ewiger Seligkeit im ungeschaffenen Licht der Sonne der Gerechtigkeit verweilen und weder eines Leuchters noch des Sonnenlichts bedürfen (vgl. Apok. 22, 5). Dafür ist der Unterpfand Christus unser Gott, der in Bethlehem von der Immerjungfrau Maria geboren wurde – Alpha und Omega, Anfang und Ende. Amen.

Christus wird geboren, lobpreiset!
Berlin­München Christi Geburt 2013

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Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese 2012

Alles wird heute mit Freude erfüllt, Christus ist von der Jungfrau geboren...

Weihnachten gilt seit alters her als ein Familienfest, offenbart es uns doch das Ideal der Familie, das Ideal der Reinheit und Keuschheit. Selbst im heutigen Gott vergessenden Europa versammeln sich an diesem Tag die Familienmitglieder traditionsgemäß um den festlich gedeckten Tisch, versuchen sich gegenseitig mit Geschenken zu erfreuen und freuen sich am Anblick des in der Krippe liegenden Christuskindes.

Kann aber eine solche geerdete, oberflächliche Feier des Weihnachtsfestes das Herz mit wahrer Freude und Frohlocken erfüllen, wenn doch der innere, göttliche Sinn von Familie, Vaterschaft und Mutterschaft in der gegenwärtigen Gesellschaft verloren ist?

Allein in der Kirche Christi gibt uns der Allerhöchste Selbst das Vorbild der erhabensten Vaterschaft und der höchsten Mutterschaft. Der Sohn Gottes wird vorewig aus dem anfanglosen Vater geboren. In der Zeit aber wird Er durch den Heiligen Geist von der jungfräulichen Mutter geboren. Geboren wird Er, um die Menschheit von der Sünde und ihrer grässlichen Ausgeburt – dem Tod– zu retten. Höher als der Himmel und reiner als die Sterne ist diese Geburt. Durch die Allheilige und Allreine Jungfrau tritt der Retter des Alls in die Welt. So empfinden und erleben wir orthodoxe Christen jedes Jahr von neuem dieses erhabenste Ereignis. Das Licht der Weihenacht ist uns aufgeschienen und erleuchtet uns den Weg zu Christus und Seinem Heil. Gott ist aus Seiner unermesslichen Liebe zu Seiner Schöpfung Mensch geworden und hat uns den Weg zur Vergottung eröffnet!

Wie dankbar müssen wir doch der Vorsehung Gottes dafür sein, dass wir bis heute das Weihnachtsfest nach dem uns von den heiligen Vätern überlieferten kirchlichen Kalender feiern – wenn die laute Eitelkeit der westlichen Feiertage verstummt, und die uns umgebende Welt zu ihrem gewöhnlichen gesetzten Leben zurückkehrt. Wenn die Wochen des Konsumwahns zu Ende gehen, dann können wir in unseren orthodoxen Kirchen und in unseren Familien uns ruhig auf das geistliche Begehen der Geburt Christi, dieses himmlisch-irdischen Ereignisses, vorbereiten.

Die Konsumideologie hat die Bedeutung des größten christlichen Feiertags entstellt, hat ihn zu einer Ansammlung verschiedener Bräuche und Rituale gemacht, die ihres Sinnes beraubt sind. Was kann das für ein Feiertag der Mutterschaft sein, umso mehr der reinen, jungfräulichen, keuschen, wenn in der zeitgenössischen Gesellschaft das Gebären von Kindern längst aufgehört hat als erwünscht oder natürlich zu gelten? Den Kindern wird bereits in den Kindergärten und Schulen eine widernatürliche Einstellung zum Geschlecht und Geschlechtsleben beigebracht. Anstelle der Liebe wird tierischer Instinkt gelehrt. Die Befriedigung des Geschlechtstriebs wird als Eigenwert und Selbstzweck angesehen, der nicht in natürlicher Weise mit der Gründung einer Familie, der Geburt und Erziehung von Kindern zu tun hat. In vielen Ländern des Westens wurden oder werden bereits Gesetze erlassen, die gleichgeschlechtliche „Ehen“ mit der von Gott gebotenen Gemeinschaft von Mann und Frau gleichsetzen. Und so etwas wird den Kindern in staatlichen Schulen beigebracht! So wird der Staat zum Verräter an tausendjährigen Grundlagen des Familienlebens. Ungesetzlichkeit wird zum Gesetz, die Sünde wird zur Norm erklärt, Lüge – zur Wahrheit....
Eine solche Verhöhnung unserer Kinder, die ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe und Keuschheit in der Ehe bewahren wollen, dürfen wir, liebe Brüder und Schwestern, nicht zulassen! Unsere Kinder dürfen nicht von klein auf des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben (1. Joh. 2, 16) lernen, dürfen nicht unter das Joch der zum Gesetz erhobenen Unzucht geraten.

Die Kirche bewahrte und bewahrt die von Gott eingesetzte Lehre von der Heiligkeit der Familie. Die Kirche bezeugt die Reinheit der gottgegebenen Ordnung in Familie und Gesellschaft. Wenn die Ehe wie bisher als heiliges Mysterium angesehen wird, dann wird auch das Gebären von Kindern ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Lebens bleiben. Wenn die Ehrung des Nächsten als des Antlitzes Gottes gelehrt wird, dann wird die Gesellschaft aus Menschen bestehen, die einander nicht betrachten wie ein Tier das andere – mit Bosheit und Begierde, sondern wie ein Bruder den anderen – mit Liebe und Barmherzigkeit. Wenn Keuschheit zur Grundlage menschlicher Beziehungen gemacht und die keusche Ehe als Heiligtum angesehen wird, dann werden Ehebande nicht in unzähligen und unmenschlichen Scheidungsprozessen zerfallen. Wenn eine christliche Einstellung zum Leben und den Werten der Familie wiederhergestellt wird, dann hört die Gesellschaft auf, einen kranken vertrocknenden Baum darzustellen, an dem mehr Äste absterben als aufblühen.

Wir brauchen keine Bruderkriege, wir brauchen keine Krankheiten, die auf Zulassung Gottes ganze Kontinente erfassen und junge Menschen dahinraffen, die von der Propaganda der geschlechtlichen Unenthaltsamkeit und jeglicher Perversität verführt wurden. Wir brauchen reine Liebe zu Gott und Seiner Schöpfung. Wir brauchen die Einhaltung der göttlichen Gebote in der Form, in der die Kirche sie seit jeher dem gläubigen Volk verkündete. Wir brauchen die Reinheit, die uns die Allerheiligste Gottesgebärerin so vollkommen zeigt, die um dieser Reinheit Willen zum erwählten Gefäß der Fleischwerdung des Gottessohnes auf unserer Erde wurde.

Und wenn wir unserem Leben – dem familiären wie dem gesellschaftlichen – eine solche Grundlage verleihen, dann wird Nebel und Finsternis entfliehen, und wir werden neue Generationen zum Licht der Liebe Christi führen können. Dann kann der Retter der Welt von immer Neuem in unseren liebenden Herzen Fleisch annehmen. Nur dafür lohnt es sich, dass wir auf dieser Erde leben!

Christus wird geboren! Frohlocket!

Berlin-München,
Christi Geburt 2012

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Weihnachtsbotschaft S. E. Erzbischof Mark an die Gottbehütete Herde der Deutschen Diözese 2011

Aufgeleuchtet bist Du, Christus, als Sonne der Gerechtigkeit; und der Stern zeigt Dich, den Unumfassbaren, im Stall umfasst. Sterndeuter unterwiesest Du zu Deiner Verehrung…

Als in Bethlehem in Judäa der Gottesknabe Christus geboren wurde, kamen als erste, um sich Ihm zu verneigen, nicht Juden, die klare Prophezeiungen von Seinem Erscheinen besaßen und sich ihrer Gotterwähltheit rühmten, sondern Heiden, die Weisen Sterndeuter aus dem fernen Morgenland. Ihre reinen Herzen nahmen die Göttliche Offenbarung an - der von Gott gelenkte Stern führte sie auf eine lange und gefährliche Reise, ihre Frömmigkeit lehrte sie, dem unbekannten König wertvolle Geschenke darzubringen. Ohne den irdischen Herrscher zu fürchten, erreichten sie nach furchtlosem Bekenntnis ihres Glaubens vor dem schrecklichen Herodes den Stall von Bethlehem und verneigten sich dem König der Könige, dem König der Himmel. Die Gottweisen Sterndeuter ließen sich nicht von Seinem demütigen, unköniglichen, kindlichen Anblick verführen, sondern kehrten in ihre Heimat zurück und begannen allen Christus Gott - den Herrscher und Herrn - zu verkünden.
Für diese Tat des Glaubens und Bekennertums lobpreist und besingt die Heilige Kirche die Weisen, indem sie sie als Gott-tragende Verkünder (Akathist an die Allerheiligste Gottesgebärerin) und „Erstlinge des Lebens“ (hl. Johannes Chrysostomos) bezeichnet. Ihr tätiger Glaube kann auch uns als Vorbild dienen, ihre Liebe und Tugend - Beispiel für unser Leben werden.

Haben wir jedoch heute einen solchen Glauben und solches Vertrauen, liebe Brüder und Schwestern? Nein, den haben wir nicht, wenn es uns mitunter schwierig scheint, (bei allen Bequemlichkeiten mit dem Auto oder Zug) die verhältnismäßig geringe Entfernung zu überwinden, um zur Kirche zu gelangen! Doch selbst wenn wir dafür Hunderte von Kilometern auf Kamelen durch wasserlose Wüsten zurücklegen müssten, so wäre das unvergleichlich mit der Tat der heiligen drei Könige. Sie wurden von einem einzigen Stern in die Ungewissheit geführt, uns dagegen führen unzählige Sterne der Kirche zu Christus - Propheten, Apostel, Märtyrer und alle Heiligen Gottes. Wir haben die Heilige Schrift, besitzen die Überlieferung der Kirche und der heiligen Väter, das reiche Erbe des Brauchtums. Woran mangelt es uns denn, damit wir mit ganzem Herzen glauben, mit ganzer Seele und ganzem Geist an den zu uns gekommenen Retter der Welt glauben und unseren Glauben mit der Tat bekennen? Uns mangelt es nur an fester Entschlossenheit, all das abzulegen, was die Juden daran hinderte, den Gottesknaben zu verehren: die Gottlosigkeit und Hinterlist des Herodes, den pharisäischen Stolz, die fruchtlosen Hirngespinste der Schriftgelehrten, unsere sündigen Gewohnheiten und lasterhaften Neigungen.
Wir gehören wie die heiligen drei Könige nicht dem Volk an, in dessen Mitte Christus geboren wurde. Aber wir können heute, ähnlich wie die Sterndeuter im Altertum, davon zeugen, dass Er für alle geboren wurde, für das Neue Israel, wo nicht Grieche ist noch Jude (Kol. 3, 11), wo in Christus alle Unterschiede von Stämmen, Völkern und Rassen aufgehoben sind. Wollen wir doch nicht jenen unseligen Menschen ähnlich werden, die alle Voraussetzungen für die wahre Verehrung der Wahrheit besaßen, die heiligen Verheißungen kannten, sie jedoch verachteten, anstatt den heidnischen drei Königen nachzueifern: zur Krippe von Bethlehem zu eilen und den Retter der Welt zu besingen.
Zu jedem Festtag ruft uns die Kirche in ihre Umarmung. Eilen wir doch, um diese Möglichkeit nicht zu verpassen - am rettenden Heilswerk Christi unseres Gottes teilzuhaben. Gott wurde als Mensch geboren, um uns zu Sich zu ziehen. Bringen wir Ihm doch als Gabe mit den Sterndeutern, den Aposteln, Propheten, Märtyrern und Heiligen unsere ganze Liebe und Hoffnung dar. Nur Toren können behaupten, die Heiligen Gottes hätten sich geirrt, und es gäbe irgendeine andere Anwendung für menschliche Liebe und Hoffnung. Nein, sie haben die Wahrheit erkannt, haben sie angenommen und waren bereit, Qualen und Tod aus der Hand der Gottlosen und Gottesfeinde um des in Bethlehem geborenen Vorewigen Gottessohnes Willen entgegenzunehmen. Heute verfolgt uns kein Herodes, droht uns kein Hitler oder Stalin. Nutzen wir doch das uns von Gott geschenkte Wohlergehen, um uns im Gefolge aller Heiligen - der strahlend leuchtenden Sterne der Kirche Christi - zu verneigen der Sonne der Wahrheit, dem Gottesknaben Christus, Ihn im Gotteshaus und in der demütigen Krippe unseres Herzens zu verehren. Christus wird geboren, frohlocket!

Berlin-München,
Christi Geburt 2011

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Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese 2010
Heute gebiert die Jungfrau den Herrscher in der Krippe…

In einer kleinen Höhle in der unscheinbaren Stadt Bethlehem wird der Gottessohn geboren: der ewige Gott steigt herab vom Himmel, wird zum Menschensohn - um unserer Rettung willen. Das kostbare Geschenk der Liebe Gottes ist allen und jedem gegeben, aber gerettet werden, wie bekannt, nicht alle. Nur wenn wir die Liebe dessen, Der uns lieb gewonnen hat, mit Liebe beantworten, nur wenn wir in Demut auf Christus schauen, Der Sich um unseretwillen gedemütigt hat, können wir im kleinen Gefäß unseres Herzens die rettungbringende Kraft Seiner göttlichen Gnade aufnehmen. 

Die Heilige Kirche bezeichnet die Geburt des Gott-Menschen als seltsames und überaus herrliches Geheimnis: Gott, der Schöpfer und Herrscher alles Seienden, kam aus der Ewigkeit – in die Zeit; Der Unumfassbare kam herab in ein enges Gefäß... Indem wir, liebe Brüder und Schwestern, dieses Wunder von neuem durchleben, gedenken wir daran, dass die Geburt Christi nicht einfach ein "historisches Ereignis" ist, das einmal vor langen Zeiten geschah. Dieses Geheimnis lebt in der Kirche und wird jedes Mal wiederholt, wenn der Mensch sein Herz dem Herrn öffnet.

So wie Er die Himmel herabneigte und auf unsere sündige Erde kam, so kommt Er auch heute in unsere Herzen herab, ohne sich an der Kleinheit und körperlichen Begrenztheit des von Ihm geschaffenen Organs zu stören. Er steigt herab, ohne Sich zu beengen, sondern dabei unser Herz durch Sich Selbst erweiternd und es in einen geistigen Himmel verwandelnd, in dem das Wort Gottes und Seine Kraft ewig verweilt. Eben dafür hat der Herr das menschliche Herz tief geschaffen (Ps. 63, 7) - ähnlich einem tiefen Brunnen, aus dem sich, nach dem Gedanken des Heiligen Justin des Serben, unterirdische Ströme ergießen, deren Quellen in den Himmeln liegen. Der in der Höhle geborene König der Welt tritt auf die von Demut bestellte Erde unseres Herzens und macht uns zu Himmelsbewohnern, indem Er uns an Seinem Reich und Seiner Gottheit teilhaben lässt.

Das Gottesreich aber auf der Erde und im Himmel ist eben die Kirche Christi, wie eine Herde der Engel und Menschen. Und das große und überherrliche Wunder der Geburt des Heilands erkennen wir, wie auch seine ganze Heilsökonomie, in der Kirche. Im Gotteshaus haben wir teil an der Herrlichkeit Gottes, die dem Menschengeschlecht in der kleinen Höhle von Bethlehem aufleuchtete.

Die Kirche bezeichnet die Geburt Christi als das «Fest der Lichter».  So wie damals in Bethlehem Seine Herrlichkeit die finstere Nacht erleuchtete und alle, die mit Glauben und Hoffnung zum Retter der Welt herbeieilten, ebenso erleuchtet dieselbe Herrlichkeit auch uns, und ruft uns aus dem Jammertal zur ganz fröhlichen Feier der Menschwerdung Gottes auf: in Deiner Ankunft ließest Du das Licht aufstrahlen, Du Licht vom Licht, des Vaters Abglanz.

Danken wir dem Herrn für Sein großes Erbarmen - unsere Zugehörigkeit zu Seiner Heiligen Kirche. Durch die Mysterien, durch den Segen der Hirten der Kirche, denen der Anführer der Hirten auftrug zu belehren und die Sakramente im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu spenden, ergießt sich auf uns die Gnade Gottes, das Licht der Liebe Gottes. So werden alle Kinder der Heiligen, Konziliaren und Apostolischen Kirche zu Teilhabern an dem einen himmlischen Segen, der auf uns herabkommt wie der Tau vom Hermon auf die Berge von Sion, denn so entbot der Herr Segen und Leben bis in Ewigkeit (Psalm 132,3).

Ich wünsche euch, liebe Brüder und Schwestern, zu diesen heiligen Tagen, dass ihr eure Herzen für den Mensch gewordenen Herrn öffnet, um die Gnade Gottes, das Licht Christi aufzunehmen - nicht vergeblich und nicht zeitweilig, sondern zur Rettung und für immer -, indem ihr in Seine Herrlichkeit eintaucht und Seine gottmenschliche Kraft verherrlicht.

Christus wird geboren, lobpreiset!

München-Berlin Christi Geburt 2010

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Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese und der von Großbritannien sowie die Mönche und Nonnen im Heiligen Land 2009

Kathedralkirche

Das Wort wurde Fleisch (Jo 1, 14)

Das Geheimnis der Fleischwerdung des Wortes Gottes ist für den menschlichen Verstand nicht begreifbar. Auf welche Weise dies geschah, wissen selbst die Engel, Erzengel und die übrigen körperlosen himmlischen Kräfte nicht. Die heiligen Väter sagen, daß es für den Menschen, der noch nicht endgültig von der Sünde des Stolzes geheilt ist, nicht ungefährlich ist, die Tiefen Gottes zu erforschen, in denen dieses Geheimnis des vorewigen Ratschlusses der Dreisonnigen Gottheit verborgen ist. Gleichzeitig jedoch offenbart uns allen die Heilige Schrift und die Heilige Überlieferung deutlich, wofür der Sohn Gottes in Bethlehem von der Allreinen Jungfrau Maria geboren wurde. Das Wort Gottes, die zweite Hypostase der Allerheiligsten Dreieinigkeit, der Logos Gottes, nahm für nichts anderes Fleisch an, als um unseretwillen und zu unserer Rettung.

Der Herr, der Allherrscher, Der alles durch das Wort Seiner Kraft trägt (Hebr 1, 3), das alles erbauende Wort, durch Welches die Himmel befestigt wurden (Ps 32, 6) und durch das alles ward, die ganze Welt ward (Jo 1, 3.10), erwählte uns  Gefallene, Ohnmächtige, nicht Weise, Arme, um uns durch Sich zu bereichern. Er, den die vieläugigen Cherubim und die feurigen Seraphim  nicht schauen dürfen, kam herab zu unserer äußersten Schwäche, um uns Verworfenen zum Vater, Bruder und Freund zu werden. Er wurde zum Menschensohn, nahm menschliche Gestalt an, um uns zu Teilhabern und Erben Seiner unaussprechlichen Herrlichkeit und Seines Reiches zu machen. Der Gottessohn trat ein in unsere von der Sünde angesteckte und verdorbene Natur, um diese von innen heraus zu heilen. Er – der Allreiche – wurde arm, um uns, die Armen, reich zu machen.

Unter der gesamten Schöpfung ist  der Mensch am nächsten und verwandtesten dem Allbarmherzigen Heiland. Kein anderes Geschöpf nährt der Herr mit Seinem allreinen Leib und Seinem lebenspendenden Blut. Kein anderes Geschöpf ist nach dem Abbild und Ebenbild der Gottheit geschaffen.

Denken wir doch darüber nach, liebe Brüder und Schwestern, warum der Gottessohn unter allen Namen in der menschlichen Sprache für Sich die Bezeichnung „Wort“ wählte. Etwa nicht dafür, daß wir, Seine Schüler und Nachfolger, die Gabe der Sprache schützen, die uns von allen anderen Erdengeschöpfen unterscheidet?

Da wir nach dem Ebenbild und Abbild Gottes geschaffen sind, muß sich auch in unserem menschlichen Wort das Abbild des Wortes Gottes und seiner Kraft widerspiegeln. Wird es entsprechend seiner göttlichen Vorherbestimmung angewendet, so richtet es alles zum Guten aus, ähnlich dem Wort Gottes. Das Wort der Heiligen Gottes erbaut, heilt und belehrt, zähmt wilde Tiere und tröstet Bekümmerte, richtet Gefallene auf und erweckt Tote auf. Das von aufstrebendem Gebet beflügelte menschliche Wort durchläuft die Himmel ungehindert und erreicht den Thron Gottes. So war es in vergangenen Zeiten und in nicht so lang vergangenen, so kann es – nach der Gnade des Gnadenspenders – auch in unserer Zeit sein.

In unseren Tagen, allerdings, glauben viele nicht mehr an die schöpferische Kraft des Wortes und vernachlässigen diese Gabe Gottes, um sie zu fleischlichen und niederen Zwecken zu mißbrauchen. Die Unreinheit der Sünde hat das menschliche Wort seiner Kraft beraubt. Die Welt erstickt und vergeht wie nie zuvor an leeren, überflüssigen und lügnerischen Worten – eben denen, für welche wir unausweichlich beim Letzten Gericht werden Rechenschaft ablegen müssen. Wenn das Wort nicht durch das Gebet geheiligt ist, wenn das Wort, das uns zur Kommunikation mit Gott gegeben wurde, zum Mittel der Erlangung zutiefst irdischer Bestrebungen wird, so verwandelt es sich aus einer erbauenden Kraft in eine zerstörerische, die menschliche Seele verderbende. Beispiele dafür finden wir in der gegenwärtigen Welt zur Genüge.

Aber wir Kinder der Kirche Christi gehören schon nicht mehr dieser Welt, die zu ihrem Verderben das Wort Gottes verworfen hat. Der Herr Selbst erwählte uns aus der Welt (Jo 15, 19), wie Er einstmals Seine ersten Jünger erwählte. Wir Erwählten orthodoxen Christen wissen, daß das Wort Gottes nicht nur einmal Fleisch wurde, sondern für immer in der Kirche – Seinem Leib – mit uns geblieben ist. Mit uns verweilend, heiligt es unser menschliches Wort, bewahrt seine gottebenbildliche Kraft, wenn wir es zum Gebet und unserem Dienst angemessen benutzen: die Hirten – das Wort der Erbauung und der Anklage, die Lehrer – das Wort der Weisheit und Unterscheidung, Schüler und Gläubigen – das Wort der Demut, Sanftmut und des Gehorsams nach dem Ebenbild unseres Herrn Jesus Christus, des Sanftmütigen und Demütigen an Herzen (Mt 11,  29).

Heute bedarf die Welt des Wortes der Wahrheit nicht minder, als in jenen Zeiten, da ihr das Licht der Erkenntnis zuerst aus der Höhle von Bethlehem aufleuchtete. In der Kirche Christi wird dieses Licht ewig aus dem Himmlischen Bethlehem ausgegossen, in der Kirche erklingt das Wort Gottes und erleuchtet und heiligt die logische Herde Christi. Der Herr kam auf die Erde nicht um unsere gefallene Menschheit zu vernichten, sondern um sie zu retten. Bleibt unser Wort dem Wort Gottes ebenbildlich, so wird unser Geist und unser Herz von Seinem Geist erfüllt, dem Geist der Wahrheit, und wir werden zu wahren Kindern Gottes, des Höchsten, und zu Lichtern der Welt – mag diese auch im Argen liegen (1 Jo 5, 19), aber doch ihrer Rettung harren. Amen.

München-Berlin, zur Geburt Christi 2009

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IkonostasWeihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die gottesfürchtigen Gläubigen der Deutschen Diözese 2008

Die Geburt unseres Herren Jesus Christus, des Retters der Welt von Sünde und Tod, ist mit rührenden Ereignissen verbunden, die den tiefen Sinn nicht nur der Menschwerdung des Gottessohnes offenbaren, sondern ebenso auch der Verkörperung der grundlegenden christlichen Tugenden im Familienleben: Liebe, Demut, Gehorsam, Keuschheit, Sanftmut...

Wunderbare Sanftmut offenbarte der Greis Joseph, als er erkannte, dass seine junge Frau Maria schwanger war, bevor sie zusammengekommen waren. Er wollte sie nicht bloßstellen, obwohl er nach den damaligen Gesetzen dazu das volle Recht hatte. Der sanftmütige Greis dachte sie heimlich zu entlassen (Mt 1, 18.19), um sie vor Schmach zu bewahren. Als er aber vom Engel ü ber das Geheimnis der Empfängnis vom Heiligen Geist erfuhr, nahm Joseph sanft und demütig die Verpflichtungen des Familienhauptes an und erfü llte alles, was für die Bewahrung des Lebens und die Erziehung des Gö ttlichen Kindes unter sterblichen Menschen notwendig war.

Unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, zeigte Beispiele des Gehorsams nicht nur gegenüber dem Himmlischen Vater, sondern auch gegenüber Seiner irdischen Mutter und dem vermeintlichen irdischen Vater. In allem unterwarf Sich der Gesetzgeber dem von Ihm gegebenen Gesetz. Während der Reise der ganzen Familie aus Jerusalem nach Nazareth fanden Ihn Seine Eltern, nachdem sie Ihn nicht unter den heimkehrenden Verwandten gefunden hatten, im Jerusalemer Tempel beim Gespräch über geistliche Dinge. Auf den elterlichen Vorwurf entgegnet Er: Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist? Der heilige Metropolit Filaret erklärt den Sinn dieses Geschehens: "Ungeachtet des so erhabenen Rechts, neigt Er demütig den Nacken unter das Joch des Gebotes, das einflößt Vater und Mutter zu achten: Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan (Lk 2, 49. 51). So wichtig ist die Pflicht des familiären Gehorsams, dass der Einziggeborene Sohn Gottes Sein Eintreten in das Werk Gottes aufschob, um diese Pflicht vor der irdischen Mutter zu erfüllen und sogar allein vor dem Namen des Vaters, den Joseph bis zur zeitgemäßen Offenbarung des Geheimnisses Dessen trug, Der auf Erden keinen Vater hat, und um mit Seinem Vorbild von Neuem die Pflichten des Familienlebens zu heiligen und seine Tugenden zu erhöhen".

Wir bezeichnen den Gottesknaben, Seine jungfräuliche Allselige Mutter und den sanftmütigen Greis Joseph als Heilige Familie, weil Der Mensch gewordene Sohn Gottes Selbst diese Familie heiligte. Er heiligte auch Seine Allerreinste Mutter, und ihren Verlobten, den demütigen Diener des Geheimnisses der Fleischwerdung Gottes. Erinnern wir uns aber daran, dass wir alle orthodoxen Christen zur Heiligkeit berufen sind? Unser Herr Jesus Christus ist bereit uns alle zu heiligen, die wir an Ihn glauben, bereit auch unsere Familien zu heiligen, von denen eine jede berufen ist, zur Kirche im Kleinen zu werden. Nicht von ungefähr vergleicht doch der Apostel Paulus das Verhältnis zwischen Mann und Frau in der Ehe mit dem Bund Christi mit Seiner Kirche – was kann diesen Vergleich übertreffen?

Heute ist die hohe Bestimmung der Familie fast überall vergessen und mit Füßen getreten. Anzeichen dafür sehen wir auf jedem Schritt. Die Entwertung des Instituts der Familie ruft sowohl in kirchlichen Kreisen als auch bei staatlichen Einrichtungen Sorge hervor. Seine Heiligkeit Patriarch Alexij widmete eines der Kapitel seines Vortrags vor dem Bischofskonzil, an dem zum ersten Mal Bischöfe beider Teile der Russischen Kirche teilnahmen, dem Thema "Orthodoxie und die Sorge um die Familie", während die russische Regierung das Jahr 2008 zum " Jahr der Familie" ausrief. Es wäre naiv zu hoffen, dass Aufrufe der kirchlichen Hierarchie und staatliche Maßnahmen allein in kurzer Zeit die schreckliche demographische Krise in Russland anhalten, Millionen obdachloser Kinder in die Familie zurückführen, die früher undenkbare Zahl von Ehescheidungen verringern können. Für die Berichtigung der jetzigen beklagenswerten Lage sind gemeinsame Anstrengungen des gesamten Volkes Gottes nötig, aller orthodoxen Christen.

In unserer Diözese gibt es vorläufig keine obdachlosen Kinder, die auf der Straße leben und sich aus dem Müll ernähren. Aber ein anderes Übel ist uns nicht erspart geblieben: viele und aberviele, vor allem wenig verkirchlichte oder an der Peripherie der Kirche verweilende Menschen, leben in zufälligen Gemeinschaften, die leicht zerfallen, in denen niemand Verantwortung vor dem anderen trägt, weil sie keine Verantwortung vor Gott empfinden. Solche Beziehungen bergen schreckliche Versuchungen in sich, seelische und körperliche Belastungen, von deren unerträglichem Ausmaß wir Geistlichen nicht selten in der Beichte oder in Gesprächen mit Gläubigen erfahren.

Kann man denn etwas anderes erwarten, wenn den Kindern in der Grundschule bereits Laster gelehrt werden, wenn sich in wichtigen Städten unseres Landes führende Politiker offen verschiedenen Arten von Sittenverderbnis hingeben und dabei fordern, dass die Bevölkerung ihre Lebensform als Norm anerkennt? Ist das nicht schlimmer als die Sitten von Sodom und Gomorrha?

Die gegenwärtige Gesellschaft hat das wahre Verständnis von Ehe und Familie verloren, weil sie des im Evangelium gründenden Verstä ndnisses der Liebe verlustig gegangen ist. Was nennt man in unserer Zeit nicht alles Liebe: sowohl die fleischliche Begierde, als auch Gemütsnähe, oder seelisches Mitgefühl… Daher bezeichnet man nun als Familie auch nicht nur die wirkliche Familie, die von Gott geboten ist, sondern ebenso das gesetzlose Zusammenleben von Mann und Frau und widernatürliche gleichgeschlechtliche Verbindungen. Liebe ist jedoch weder "der Ruf des Fleisches", noch das vorübergehende Gefühl der Verliebtheit, noch gefühlsmäßige Nähe, sondern der göttliche, gottähnliche, von Gott geschenkte geistliche Zustand, der allein dem Menschen unerschöpfliche Kräfte verleiht zu dulden, demütig zu sein, zu hoffen, Treue zu wahren und sich um der Nächsten willen aufzuopfern.

Mögen diese weihnachtlichen Tage uns helfen, tiefer in den vom Evangelium vermittelten Sinn der Liebe und des Familienlebens einzudringen, in die große Aufgabe der Erziehung der Kinder, die wir nicht nur zu wü rdigen Gliedern der zivilen Gesellschaft erziehen müssen, sondern vor allem zu würdigen Bürgern des Himmlischen Vaterlandes. Beten wir zur hypostatischen Liebe Gottes, des fleischgewordenen Gottessohnes, dass Er uns wahre Liebe lehrt. Unter uns wird Christus im Leib geboren, um unser Leben im Körper und Geist zu erneuern. Doch für eine solche Erneuerung mü ssen wir von oben geboren werden, denn wer nicht von oben geboren wird, kann das Reich Gottes nicht schauen (Jo 3, 3). Der in Bethlehem Geborene vollbringt in uns diese neue Geburt und ruft uns zur Mitarbeit auf: bewirket eure eigene Seligkeit mit Furcht und Zittern (Phil 2, 12). Nur als durch die Geburt von oben Erneuerte können wir eine Familie und Gesellschaft schaffen, die des hehren Namens von Christen würdig ist. Lasst uns also mit Dankbarkeit und Hoffnung zusammen mit der Geburt Christi auch unsere Rettung bringende Wiedergeburt in IHM feiern.

Amen.

München-Berlin.
Weihnachten 2008


Ikonostas

 

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland



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