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Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark

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Ikonostas

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit (Jo 1,14).

Gott das Wort, unser Schöpfer, hatte Mitleid mit dem Menschengeschlecht und kam auf die Erde herab. Seine Menschwerdung geschah jedoch nicht mittels gewöhnlicher Empfängnis und Geburt, sondern vom Heiligen Geist und der Immerjungfrau Maria.
Im Alten Testament lesen wir, dass Gott, als Er den Menschen geschaffen hatte, diesen festem Schlaf übergab, eine seiner Rippen entnahm und daraus die Frau erschuf (Gen 2,21-22).

Ebenso wird auch bei der Fleischwerdung Christi das Fleisch aus eben dieser „Rippe Adams“ genommen, d.h. aus einer Frau, der Gesegneten Gottesmutter Maria - doch hier schon nicht mehr im Schlaf, sondern bei bewußter und klarer Willensäußerung („siehe, die Magd des Herrn“, Lk 1,38) - und dieses beseelte Fleisch verwandelt sich in den „vollkommenen Mann“ (Eph 4,13) mit Seele und Leib.

Wer nimmt es? Wer verwandelt es? Das Wort Gottes, das wahrhaftig Sohn Adams werden wollte. Ohne aufzuhören, Gottes Sohn zu sein, wird Christus zum Menschensohn. Die Jungfrau jedoch wird Himmel und Gottes Thron.

Der Gottessohn (und Gott) vollbringt dieses erhabenste Wunder, um die Grundlage für unsere Rettung zu legen, indem Er zum Verwandten, zum Miteinverleibten (Eph 3, 6) aller Menschen wird, zu unserem Bruder. Wie der hl. Johannes Chrysostomos sagt: „Indem Er Sich mit Fleisch bekleidete, kleidete Sich Christus in die Bruderschaft mit uns“...

Ja, wahrlich, Christus kleidet Sich ein in die Bruderschaft mit uns, doch wir - legen wir etwa das brüderliche Gewand zu Christus an? Unterwerfen wir uns Ihm aus freiem Willen und mit der Kraft der Treue? Nehmen wir die Heiligung in Empfang?

Christus ist heilig - als Gott und als Mensch ist und wird Er allheilig sein und überaus makellos. Wir aber bleiben vergänglich, liefern uns der Todesangst aus, wir unterwerfen uns selbst der Sklaverei, indem wir der Sünde fronen.
Doch uns ist der Glaube an den Wahren gegeben – damit wir uns dem ganzen Reichtum der Barmherzigkeit Gottes und Gottes Allvergebung anheim geben können. Indem wir die Sünde aus uns vertreiben, die sündigen Gewohnheiten, die Laster, machen wir den Platz frei für das Einwohnen Christi und Seiner Herrlichkeit, da Er ja Selbst, als „Anführer unserer Errettung“, nachdem Er unser Fleisch und Blut angenommen, sich von den Leiden nicht abwandte, und so viele Söhne zur Herrlichkeit brachte, sie durch Leiden vollkommen machte (Hebr 2,10).
Nur durch gute und schmerzhafte Askese können wir erreichen, dass nach dem Wort des Apostels Christus in uns gestaltet wird (Gal 4,19). Wir werden zu Seinen Brüdern durch das Werk der ständigen Verchristung und Einchristung. Durch die Mysterien der Kirche wird der Herr in uns nicht nur zur lebendigen Wahrheit, lebendigen Gerechtigkeit, lebendigen Liebe, sondern Er erscheint Selbst in uns. Sein Antlitz prägt sich ein auf allem und in allem Unserem. Jedes Mysterium der Kirche - Taufe und Gebet, Beichte und Kommunion - eröffnet uns das Antlitz Christi, und festigt es in unserem Inneren.
Gott, Der unsere Rettung wünscht, hat weise das Mysterium der Beichte und Reue eingesetzt, und jedem, der dies will, die Möglichkeit eröffnet, den Staub seiner sündigen Verfehlungen abzuschütteln und ihren Schmutz abzuwaschen, um zur Verwandtschaft, zur Bruderschaft mit dem Herrn und zum Freimut gegenüber Gott zurückzukehren, zur Erbschaft der ewigen Güter.
In diesem Kampf können wir das Abbild Christi vor die Augen malen (Gal 3,1), damit jeder Zug dieses Antlitzes sich in unseren Gedanken, Gefühlen und Werken abbildet, in unserem Geist, unserem Herzen, in unserem ganzen Leben. Dann wird unser Herz zum Altar Gottes... Doch der Altar kann nicht leer bleiben. Der Herr besucht das Haus, das Er Selbst errichtet hat, in welchem Er - der Eckstein ist, die Zierde und der Gestalter.

Als die Allerheiligste und Allgesegnete Gottesgebärerin durch den Heiligen Geist empfing und Gottes Wort gebar, umfing der kleine menschliche Körper den unumschreibbaren Gott. Gott kam uns näher, als den Engeln, denn die Engel können sich Ihm nur nähern, die menschliche Natur aber verweilt in der Einheit mir Ihm, seit der Menschwerdung bis heute. Das Wort, voll von Gnade und Wahrheit lebt unter uns, und zeigt uns alle göttlichen Vollkommenheiten - durch Seine Worte, Werke und Wunder ...  Die heiligen Apostel waren Augenzeugen, haben geschaut und mit Händen betastet (1 Jo 1,1) - doch auch wir sehen dasselbe wie sie, durch das heilige Evangelium und den Glauben; all das wird Wirklichkeit auch für uns, wenn wir, das Volk Gottes, in den Mysterien der Kirche Christus berühren, in Seinem Kelche der Rettung (Ps 115,4), in der Freude an allen Seinen herrlichen Taten (Lk 13,17), angesichts der ganzen Herrlichkeit und Kraft Gottes im menschliche Leib des Jesus von Nazareth, des Einziggezeugten Sohnes und Wortes Gottes.
Wenn wir heute dem Herrn begegnen, dem in Bethlehem Geborenen, dann reinigen und schmücken wir mit Freude unseren Tempel: der Herr ist nahe, vor der Tür! (Mt 24,33). Seine Herrlichkeit leuchtet über uns. Die Herrlichkeit, die wir in Seiner wunderbaren Menschwerdung schauen, in Seinem gottmenschlichen Leben, in Seiner Predigt, Seinen Wundern, Seinem freiwilligen Leiden, in Seinem Tod und im Seiner herrlichen Auferstehung!
Möge diese Herrlichkeit uns alle überschatten, uns beflügeln, und uns Kraft schenken, Christus zu folgen, zu Seinen Brüdern zu werden, zu Kindern Seines Lichts - des Lichtes des Friedens und des Lichtes der Wahrheit!

+MARK
Erzbischof von Berlin und Deutschland
München-Berlin zu Christi Geburt 2017/2018

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