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Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark

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IkonostasBethlehem

„Aus den Jubelchören der Engel
vernahmen die Hirten die Ankunft Christi im Fleische...“

In der ärmlichen Höhle von Bethelehem wird der Hirte und Anführer aller Hirten geboren. „Die Menschwerdung Gottes ist die stärkste Erschütterung und das fürsorglichste Ereignis, wie auf der Erde, so auch im Himmel, denn hier wird das Wunder aller Wunder verwirklicht“  (hl. Justin von čelije).
Vor allen anderen erfuhren von diesem Wunder die Bethlehemer Hirten, die ihre Herden hüteten. Ihnen erschienen Engel und verkündeten das Wunder, das die ganze Welt aufrütteln sollte: „Aus den Jubelchören der Engel vernahmen die Hirten die Ankunft Christi im Fleische. Wie zu einem Hirten liefen sie zu Ihm und erblickten Ihn als unschuldiges Lamm...“ (Akathist an die Allerheiligste Gottesmutter).
Der Mensch, der nach dem Bilde Gottes geschaffen und zum Ebenbild Gottes berufen war, wählte dagegen die Sünde und verirrte sich in unendlichen Wüsten des Todes und alles Tödlichen, wo es keine Nahrung für die unsterbliche menschliche Seele gibt. Schon der einstige Psalmensänger und Vorvater Christi David, beschrieb dieses Verderben und bat Gott: „Verirrt habe ich mich wie ein verlorenes Schaf, suche Deinen Knecht...“ (Ps 118, 176). Der Gute Hirte, der Allbarmherzige Herr kommt auf unsere Erde, in diese Wüste der Sünde und des Todes, um „das Verlorene zu suchen“ und das Menschengeschlecht auf Seine Schultern zu nehmen und es auf die Weide der Unsterblichkeit zu führen, indem Er es von Tod und Hölle und Teufel rettet.

Der Gute Hirte – der Gottessohn, Christus – bringt uns die Rettung, trägt auf den eigenen Schultern die Menschheit zu Gott-Vater. Durch den Heiligen Geist führt Er uns in die Kirche, die Hürde Gottes – Gottes Hof. Christus, der Gute Hirte, kommt zu uns durch die Tür aufopfernder Liebe. Er, der “zur Tür hineingehet, der ist ein Hirte der Schafe”. Hingegen: “Wer nicht zur Tür hineingehet in die Schafhürde, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber”(Jo 10, 2.1).
Leicht und in Einfachheit öffneten die Bethlehemer Hirten dem Wort des Heils die Tür ihres Herzens. Aus eigener Erfahrung wussten sie ja: Die Tür in die Schafhürde ist immer nur eine. Und nun sahen sie, da sie in dieser ihrer Einfachheit in die Höhle kamen, die einzige Tür zur Unsterblichkeit – das in der Krippe liegende Kind, das sich Selbst als wahre Nahrung des ewigen Lebens darbietet.
Christus ist Einer, und die Tür ist eine. Doch außer der Tür gibt es noch eine Vielzahl von Schlupflöchern, durch welche „Diebe und Räuber“  – innere wie äußere – in unsere Herzen eindringen, diese vielfältigen Irrlehrer und Vorkämpfer der Sünde, Verführer. Ihrer gibt es sehr viele. Sie kommen auf vielzähligen, unterschiedlichen Wegen „nur um zu stehlen, zu würgen und umzubringen“ (Jo 10, 10). Sie tragen ständig die Zerstörung alles Göttlichen in unser Leben – und dadurch auch die Vernichtung alles Menschlichen.
Indem wir unser Herz der Geburt Christi öffnen, machen wir uns zu Teilhabern des Geistes der Hirten und bereiten unsere Herzen, die Engel zu schauen, die dem Einzigen Hirten den Großen Lobpreis singen, und die ganze Frohbotschaft zu erhören. Sie bringt das Wort Gottes, das unser Fleisch annahm. Und wenn wir uns freudig in die Frohbotschaft einhören, dann vertreiben wir willig die „Diebe und Räuber“ unserer Sünden und Leidenschaften, um immer noch mehr auf des Hirten Stimme zu lauschen, und reinigen so durch Seinen Ruf unser Herz.
Wenn wir die Höhle unseres Herzens der Demut und Sanftmut des Retters der Welt überlassen, wenn wir zu Füßen des Guten Hirten niederfallen wie jene Hirten von Bethlehem, die da wachten und in Einfachheit die gute Botschaft aufnahmen, dann werden auch in uns und an uns die Worte des Psalmensängers verwirklicht: „Den Weg Deiner Gebote werde ich eilen, wenn Du mein Herz weitest” (Ps 118, 32), und weiter und weiter… führt uns mit der sicheren Hand des liebenden Hirten Christus der Heiland.
Sein Name lautet „Mit uns ist Gott“! (Emmanuel – Jes 7,14): der Gottmensch. Der Gottmensch wird in Bethlehem geboren. Der Gottmensch rettet den gefallenen Menschen. Der Gottmensch führt uns in die Schafhürde, und der Gottmensch ist es, der uns hinausführt auf Seine Weide, in die Welt neuer Sinngebung unseres eigenen und unseres allgemeinen Daseins –  dahin, wo das Wirken in Christus, Nahrung und Leben, derart sind: “Wie süss sind meiner Kehle Deine Worte, süsser als Honig für meinen Mund. Aus Deinen Geboten gewann ich Einsicht, deshalb hasse ich jeden unrechten Weg. Eine Leuchte ist Dein Gesetz für meine Füsse und Licht für meine Pfade”(Ps 118, 103-105), denn wo Christus, der Gottmensch ist, da ist weder Sünde noch Tod.
Der Stern von Bethlehem – das ist nur der Anfang des lichtführenden Weges, auf den uns das in Bethelehem geborene Gotteskind und der Lichtspender stellt, auf dem Er bereit ist, uns mit fester Hand zu führen. Lasst uns doch Seiner Stimme gehorchen, hören auf die Stimme des sanftmütigen Lammes, das zugleich der Hirte ist, welcher Selbst der Weg ist, die Wahrheit und das Leben, und die Liebe: gemäß dieser Göttlichen Liebe kam Er zu uns, und durch diese Göttliche Liebe hören wir Ihn, den einzigen Lebensspender. Amen.

Berlin-München, zur Geburt Christi 2016
+Mark, Erzbischof von Berlin und Deutschland

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese
Ikonostas

 

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