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Startseite Orthodoxes Treffen Orthodoxes Treffen - 2017

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland

Orthodoxes Treffen - 2017

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Die Themen von 2001-2017 /- Anmeldeformular - / - Seminarvorträge -

Themen der Vorträge:

  • Kirchengeschichte: «Die Tragödie von Russland ХХ Jh.» - Kirill Aleksandrov (Doktor der Geschichtswissenschaften, Sankt-Petersburg)
  • Heresyologie: Denis Jdanoff (Magister der Geschichte, Doktor der Philosophie, Professor für Wirtschaftsethik, Wiesbaden)

    1. «Gnostizismus»

    2. «Brester Union 1596 J.»

  • Hagiographie: «Die Narren um Christi Willen in der Kirchengeschichte» Priester Dimitrij Svistov (Kirche der hl. Nonne und Märtyrerin Evgenija in Saarbrücken)

Programm:

Montag, 25. Dezember 2017
14:30 Bittgottesdienst
Eröffnung des Treffens durch S. E. Mark, Erzbischof von Berlin und Deutschland
15:00 "Das Bischofskonzil der Russischen Kirche 2017" Erzbischof Mark - Fragen
16:00 Nachlese zum Jugendtreffen: Diskussion am Runden Tisch „Orthodoxe Jugend heute - Herausforderungen und Chancen
17:00 Abend- und Morgengottesdienst (Beichtmöglichkeit)
19:45 Abendessen

Dienstag, 26. Dezember 2017
07:00 Stundenlesung, Göttliche Liturgie
09:35 Frühstück
10:15 "Die ersten Jahrhunderte der Kirchengeschichte: Die Irrlehre des Gnostizismus" - Prof. Dr. Denis Jdanoff (Wiesbaden, Heilbronn) - Diskussion
11:15 "Stiftung zum Gedenken des Großfürsten Sergij Aleksandrowitsch" - Denis Solodovnikov
(Moskau) - Fragen
12:00 - Pause
12:15 "Die Reliquien der hll. Zaren-Märtyrer und deren treuer Diener" - S.E.Agapit, Erzbischof von Stuttgart - Fragen
13:00 "Wir, von Gottes Gnaden, Nikolai der Zweite…" - Alexey Igelstrom (München - Moskau)
13:30 Mittagessen
14:45 "Die Narren um Christi willen in der Kirchengeschichte" Priester Dimitrij Svistov (Saarbrücken) - Diskussion
15:45 "Praktische Psychologie: Konfliktvermeidung" - Dipl.-Psychologen d. Moskauer Universität Gennadij und Viktoria Dubinsky (München)
17:00 Abend- und Morgengottesdienst (Beichtmöglichkeit)
19:45 Abendessen

Mittwoch, 27. Dezember 2017
07:00 Stundenlesung, Göttliche Liturgie
09:35 Frühstück
10:15 "Die Union von Brest 1596 und ihre Folgen" - Prof. Dr. Denis Jdanoff
11:30 "Die Tragödie Russlands im 20. Jahrhundert" - Cand. hist. Universität Sankt-Petersburg, Kirill Aleksandrov
13:15 Abschlussdiskussion, Nachlese
13:30 Mittagessen, Abschluss des offiziellen Teils.

Die Vortragenden

S.E. Mark, Erzbischof von Berlin und Deutschland
Stellv. Vorsitzender der Bischofssynode der Russischen Auslandskirche. Doktor der Slawistik und Dipl.-Theologe mit Abschluss in Belgrad. Er nahm sowohl an den Vorarbeiten zum Panorthodoxen Konzil in Chambesy bei Genf teil, als auch an der großen Diskussionsrunde in Moskau nach der Publikation der erarbeiteten Dokumente. Er leitet die „Interkonziliare Kommission für Kirchenrecht“ (Moskau).
In den 1960er Jahren fand er durch die russische Emigration und intensive Besuche des Heiligen Berges Athos zur Orthodoxie. Auf dem Athos erlernte er das Jesus-Gebet, über das er referiert.
Er leitet seit 1980 das Kloster des Hl. Hiob von Potschajew in Münc hen, und seit 2005 ist er auch daer geistliche Vater des Frauenklosters der Hl. Elisabeth in Buchendorf bei München. Zugleich ist er der Verantwortliche der Bischofssynode für die Klöster der Russischen Auslandskirche im Heiligen Land.

Erzpriester Nikolai Artemoff (München)
M.A. Universität Frankfurt, Slawistik, osteuropäische Geschichte. Seit 1981 wohnhaft in München. Bereiste erst die Gemeinden in Nordbayern und versorgte außer München späterhin die Gemeinden in Augsburg, Berlin, Kopenhagen, Stuttgart, Salzburg. Mitglied des Diözesanrates, Diözesansekretär.

Denis Jdanoff (Magister der Geschichte, Doktor der Philosophie, Professor für Wirtschaftsethik, Wiesbaden)
"Gnostizismus"
Das Christentum war in den ersten Jahrhunderten, vor einer genaueren Bestimmung der Glaubensinhalte durch die Ökumenischen Konzile, konfrontiert mit der ständigen Bedrohung durch Irrlehren und Sekten. Eine solche sektiererische Bewegung war der sog. "Gnostizismus", in dem sich ein verzerrtes Verständnis des Christentums mischte mit hellenistischen Ideen und kulturellen Einflüssen aus dem mittleren Osten. Im Vortrag sollen die wichtigsten Positionen und Vertreter des Gnostizismus aufgezeigt werden, sowie die Antwort der Kirche auf diese Herausforderung.
"Brester Union 1596 J."
Im 16. Jahrhundert versuchte das Polnisch-Litauische Königreich, möglichst große Teile der Metropolie Kiew in den katholischen Glauben zu überführen. Höhepunkt dieser Entwicklung war die "Kirchenunion von Brest" im Jahre 1596. Im Vortrag werden die Vorgeschichte dieser Union und die beteiligten politischen Interessen beleuchtet, ebenso wie die nachfolgenden historischen Beziehungen zwischen den "griechisch-katholischen"/ "unierten" Gläubigen und der Orthodoxen Kirche.

Priester Dimitrij Svistov (Kirche der hl. Nonne und Märtyrerin Evgenija in Saarbrücken)
"Die Narren um Christi Willen in der Kirchengeschichte"
Wir finden in der Kirchengeschichte kaum noch eine solch paradoxe Form der Heiligkeit als die der Narren um Christi Willen. Während diese Heilige von den Aussenstehenden für verrückt gehalten wurden, verfügten sie in Wirklichkeit über hohe geistige Gaben, die sie für den Dienst an ihren Mitmenschen gebraucht haben. Die äusseren Formen dieser Lebensart waren eine Reaktion auf die jeweiligen Fehlentwicklungen der christlichen Gesellschaft und hingen als solche oft von den Gegebenheiten der Zeit ab.

Kirill Aleksandrov (Doktor der Geschichtswissenschaften – leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach „Geschichte Russlands“ der Enzyklopädie-Abteilung des Instituts für philologische Studien der Sankt-Petersburger Staatlichen Universität, und leitender Mitarbeiter des historisch-kulturellen Zentrums „Weißes Werk“)
"Die Tragödie von Russland ХХ Jh."
"Vortrag: Die Tragödie Russlands im 20. Jahrhundert: Soziale und geistliche Erfahrung einer nationalen Katastrophe"

Zum 100. Mal jährt sich die russische Revolution von 1917. Die bolschewistische Machtergreifung führte durch den Oktoberumsturz 1917 zu einer Einparteidiktatur in Russland, welche entsetzliche menschliche Verluste in der leninschen und stalinschen Periode mit sich brachte. Stände und ganze sozial-professionelle Gruppen der vorrevolutionären russischen Gesellschaft verschwanden spurlos. Die Vernichtung des Bauerntums in diesem riesigen Agrarland hatte die Zersetzung des russischen Dorflebens zur Folge, dass in betrunkener Kraftlosigkeit
dahinsiecht, was schon Ende der 1970er Jahre offensichtlich war. Alexander Solschenizyn sprach zu recht von einer Lawine „unserer Niederlagen im 20. Jahrhundert“. Der Schriftsteller behauptete: „Das gesamte 20. Jahrhundert war von zahlloser Vernichtung der Russen gezeichnet.“

In den ersten 35 Jahren der bolschewistischen Herrschaft (1917-1952) starben infolge von Kriegen, Hunger, Terror, Krankheiten – in Gefängnissen, Lagern, Deportationen und Sondersiedlungen für Deportierte mehr als 50 Millionen Menschen. Noch etwa 1,5 Millionen fanden sich in der Emigration wieder. Der Verlust riesiger menschlicher – intellektueller, schöpferischer und wirtschaftlich tätiger – Ressourcen ist nicht wiederherstellbar. Eine existenzielle Katastrophe erlebte die Russische Orthodoxe Kirche. Zum Jahre 1917 gab es in Russland 146.000 Orthodoxe Geistliche und Mönche/Nonnen, etwa 56.000 Gemeinden und mehr als 67.000 Kirchen und Kapellen. In den Jahren 1917-1939 hatten die Bolschewiki von den 146.000 aktivsten kirchlichen Menschen mehr als 120.000 vernichtet – die meisten in den 1930er Jahren unter Stalin. Zum Herbst 1939 gab es in der Sowjetunion lediglich etwa 150-300 orthodoxe Gemeinden, und nicht mehr als 350 Kirchen. In den ersten 22 Jahren der Sowjetmacht gelang es den Bolschewiki die größte orthodoxe Landeskirche in der Welt nahezu völlig zu vernichten – wobei die Mehrheit der ja orthodox getauften Bevölkerung gleichgültig zusah.
Im Vortrag sollen die hauptsächlichen sozialen Folgen der russischen nationalen Katastrophe des 20. Jahrhunderts charakterisiert werden, wobei das Hauptaugenmerk der geistlich-historischen Erfahrung gewidmet werden soll, welche die russische Gesellschaft damit erworben hat. Weshalb hat die Geschichte des letzten Jahrhunderts nicht aufgehört extrem aktuell zu sein? Worin bestand das Hauptübel des Bolschewismus als einer für die menschliche Person zerstörerischen Doktrin und Praxis? Ist das zeitgenössische Russland fähig, diese Erfahrung sinnvoll zu verarbeiten und verantwortlich zu benutzen, um die Wiederholung einer ähnlichen Tragödie auszuschließen?

Welcher Art sollten 100 Jahre nach dem Oktoberumsturz von 1917 die Wege einer sozialen und geistlichen Wiederaufbaus Russlands sein? Auf diese und damit verbundene weitere Fragen sucht der Historiker aus St. Petersburg gemeinsam mit den Teilnehmern des Seminars Antworten.

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